Aktuelles

Unterhaltsvorschuss: Der abgekühlte Jubel

März 2016: Routine. Der VAMV und andere Sachverständige fordern in der Anhörung des Familienausschusses zur Lebenssituation
Alleinerziehender eine Reform des Unterhaltsvorschusses. Anhebung der Altersgrenze von 12 auf 18 Jahre, Aufheben der
Maximalbezugsdauer von 72 Monaten. Eine Forderung, die der VAMV seit sehr langer Zeit erhebt. August 2016: Hoffnung.
Familienministerin Schwesig setzt den Unterhaltsvorschuss wieder auf die Agenda und kündigt einen entsprechenden Gesetzesentwurf
für September an. Oktober 2016: Freude. Die Regierungschef/innen von Bund und Ländern beschließen mit der Neuregelung des
bundesstaatlichen Finanzausgleichssystems beim Unterhaltsvorschuss die Altersgrenze auf 18 Jahre anzuheben und die
Bezugsdauergrenze aufzuheben. Auch die erforderliche Finanzierung wird beschlossen – nur dass noch vermerkt wird: Es besteht noch
Beratungsbedarf mit dem Bund zu den finanziellen Belastungen der Länder.
November 2016: Jubel. Das Kabinett beschließt die
Ausweitung des Unterhaltsvorschusses. Die (fiktiven) Unterhaltsvorschuss: Der abgekühlte Jubel Champagnerflaschen bleiben jedoch
noch im Keller, denn immer noch ist die Finanzfrage nicht geklärt. Und der Jubelschrei bleibt auch in den folgenden Wochen im Halse
stecken. Denn nun wird ein bislang erfolgloser Vorschlag aufgewärmt und in die Diskussion getragen: Die Abschaffung des Vorrangs
des Unterhaltsvorschusses gegenüber dem SGB II. Damit ist die Absicht verknüpft, bei den Kommunen und Ländern Ausgaben für den
Unterhaltsvorschuss einzusparen und ins SGB II zu verlagern. Damit würden noch höhere SGB II-Ausgaben für Alleinerziehende
generiert, was zu Statistiken führt, die Stigma und Vorurteilen weitere Nahrung gäben.
Es wäre ein Skandal, wenn nun im aktuellen Finanzgerangel der Blick auf eine gute politische Lösung für Alleinerziehende und ihre
Kinder verlorenginge. Der Ausbau des Unterhaltsvorschusses darf nicht verschoben und zerredet werden! Die Leistung muss, wie in
Aussicht gestellt, ab dem 01.01.2017 allen Kindern von Alleinerziehenden zu Gute kommen, die keinen oder keinen ausreichenden
Unterhalt vom anderen Elternteil bekommen, notfalls rückwirkend. Es darf nicht aus dem Blick geraten, dass der ausbleibende
Unterhalt vielfach der Grund dafür ist, dass den Alleinerziehenden das nötige Geld fehlt. Diese Ursache würde bei einem Vorrang
der SGB II-Leistung unsichtbar. Das Bewusstsein, dass hier der Staat für die nicht leistenden Elternteile einspringt, muss im
Interesse der Alleinerziehenden wach gehalten werden. Die Unterhaltsvorschusskassen müssen weiterhin dafür zuständig sein, ihre
Erfahrung und Kompetenzen dafür einzusetzen, den ausgebliebenen Unterhalt bei den leistungsfähigen Unterhaltsschuldnern
zurückzuholen, denn: Zurückgeholte Leistungen implizieren Leistungsfähigkeit und aus festgestellter Leistungsfähigkeit sollte ein
Unterhaltstitel werden, denn Unterhalt ist grundsätzlich immer höher als Unterhaltsvorschuss. Der Unterhaltsvorschuss ist damit
ein starkes Instrument zur Armutsvermeidung, das durch finanztaktische Verschiebungen zwischen den Kassen nicht geschwächt werden
darf. Hier muss die Politik ansetzen: Unterhaltsvorschusskassen und Beistände qualifizieren und personell stärken, Rückholquoten
steigern, Best Practice aus erfolgreichen Bundesländern übernehmen und höhere finanzielle Anreize für die Kommunen setzen, das
Geld zurückzuholen.
Gleichzeitig würden alleinerziehende Aufstocker/innen die reale Chance erhalten, durch Unterhaltsvorschuss
den SGB II-Bezug zu beenden. Neu im Bezug werden Alleinerziehende mit Kindern über 12 Jahren sein und solche, die bereits 6 Jahre
den Unterhaltsvorschuss bezogen haben. Je älter die Kinder und je länger andauernd die Situation des Alleinerziehens, desto
wahrscheinlicher ist es, dass Alleinerziehende eine zu ihrer Qualifikation und ihrem Alltag mit den Kindern passende
Berufstätigkeit finden und ausüben können. Und desto wahrscheinlicher ist es, dass sie mit Hilfe des Unterhaltsvorschusses gar
nicht mehr im SGB II auftauchen.
Diese Überlegungen sollten in den anstehenden Gesprächen zwischen Bund und Ländern zu den noch offenen Fragen des Inkrafttretens,
der Verwaltungsvereinfachung und der Kostentragung den Ausschlag geben. Die Bedeutung des Unterhaltsvorschusses für
Alleinerziehende spiegelt sich auch im Erfolg der aktuellen Kampagne „#UVjetzt – Trennungskinder nicht im Stich lassen, die
Blockadehaltung zum Ausbau des Unterhaltsvorschusses aufgeben“ wieder, die der VAMV Landesverband Nordrhein-Westfalen zusammen
mit den Alleinerziehenden-Bloggerinnen Christine Finke („Mama arbeitet“), Dr. Alexandra Widmer („Stark und alleinerziehend“) und
Rona Duwe („Phönixfrauen“) und dem VAMV Bundesverband gestartet hat: Innerhalb kürzester Zeit waren über 8.000 Unterschriften
zusammen und es werden täglich mehr.

Sigrid Andersen, Wissenschaftliche Referentin
Bundesverband

Aktuelles 11. Januar 2017

Ergänzende Kinderbetreuung ist bitter nötig und wirkt:

Ergänzende Kinderbetreuung ist bitter nötig und wirkt: Evaluation liefert erste Erkenntnisse aus Modellprojekten zur Rand- und Notfallbetreuung für Alleinerziehende

Gütersloh/Berlin, 2. Dezember 2016. Innerhalb kürzester Zeit waren die Wartelisten brechend voll. Werbung war nicht nötig, als der Landesverband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) Berlin vor zwei Jahren Alleinerziehenden eine Betreuung ihrer Kinder außerhalb der regulären Kita- und Hortzeiten anbot. Finanziert wird das Modellprojekt von der Gütersloher Walter Blüchert Stiftung.

Die benötigte Hilfe ist individuell und meist auch sehr dringend. Mütter oder Väter können Spätschichten übernehmen, die in ihrem Arbeitsvertrag vorgesehen sind, die sie aber ohne flexible Kinderbetreuung nicht leisten könnten. Eine Studentin kann nun auch Vorlesungen am Nachmittag besuchen und sich auf den Abschluss ihres Studiums konzentrieren, weil ihre Dreijährige aus der Kita abgeholt wird. Eine Mutter hat sich selbstständig gemacht. Allen drei Fällen ist gemeinsam: Sie benötigen aus beruflichen Gründen eine Kinderbetreuung zu sogenannten „Randzeiten“.

Zwei weitere Modellprojekte in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben ebenfalls das Ziel, Alleinerziehende mit ganzheitlicher Beratung und einem konkreten Angebot an flexibler ergänzender Betreuung zu unterstützen. Auch sie werden wie das Modellprojekte in Berlin von der Walter Blüchert Stiftung gefördert und vom VAMV Bundesverband begleitend evaluiert, um die Wirkung flexibler ergänzender Kinderbetreuung auf die wirtschaftliche Situation von Einelternfamilien exemplarisch zu erfassen und Rückschlüsse auf politischen Handlungsbedarf ziehen zu können.

Nach zwei Jahren Projektlaufzeit liegt nun der Zwischenbericht zur Evaluation vor, und er zeigt, – wenig überraschend – dass der vermutete Bedarf an ergänzender Kinderbetreuung über die Öffnungszeiten vorhandener Einrichtungen hinaus tatsächlich besteht – und zwar regelmäßig und langfristig. Und in vielen Fällen dringend. Auch kann bereits festgestellt werden, dass sich die Inanspruchnahme der ergänzenden Kinderbetreuung positiv auf die sozioökonomische Situation der Alleinerziehenden und ihrer Kinder auswirkt: Mittelbar werden ihre Erwerbschancen erhöht und das Haushaltseinkommen stabilisiert. Bei den teilnehmenden Alleinerziehenden steigt zudem die Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf nachweislich an, und sie konstatieren mehrheitlich positive Veränderungen in ihrer Ausbildungs- und Erwerbssituation.

Bereits die ersten Ergebnisse der Evaluation zeigen: Das Schließen von Betreuungslücken durch ergänzende Kinderbetreuung hat positive Wirkungen für Alleinerziehende und ihre Kinder. Dieses Angebot sollte es überall in Deutschland geben“, so das Zwischenresümee der Bundesvorsitzenden des VAMV, Solveig Schuster.
„Wir freuen uns, dass diese Modellprojekte so viel Zuspruch finden“, unterstreicht Prof. Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Walter Blüchert Stiftung. „Mit den Angeboten wollen wir Alleinerziehende in die Lage versetzen, System-Barrieren zu überwinden, damit sich ihnen mehr Chancen eröffnen, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Die Evaluationsergebnisse belegen: Wir sind auf dem richtigen Weg“.

Der Zwischenbericht für die Evaluation des Modellprojektes zur Wirksamkeit von ergänzender Kinderbetreuung, Notfallbetreuung und Beratung von Einelternfamilien in Deutschland steht auf der Homepage des VAMV unter www.vamv.de zum Download bereit.

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) vertritt seit 1967 die Interessen der heute 2,7 Millionen Alleinerziehenden.
Der VAMV fordert die Anerkennung von Einelternfamilien als gleichberechtigte Lebensform und entsprechende gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Er tritt für eine verantwortungsvolle gemeinsame Elternschaft auch nach Trennung und Scheidung ein.
Die Walter Blüchert Stiftung hat den Auftrag, Menschen in Not schnelle und direkte Hilfe zukommen zu lassen. Gemeinsam mit erfahrenen Partnern unterstützt sie bewährte Programme und Projekte, die Menschen helfen, Krisen zu meistern, ihr Potenzial zu entwickeln und Barrieren zu überwinden. Durch kluges Fördern, Weiterentwickeln und Verbreiten ausgewählter Modellprojekte möchte die Stiftung dazu beitragen, diese Barrieren auch auf gesamtgesellschaftlicher Ebene zu überwinden, und damit wegweisend aufzeigen, dass sich dadurch sowohl Teilhabe und Erfolg für den Einzelnen als auch nachhaltiger Nutzen für die Gesellschaft entwickeln kann.
Ansprechpartnerin für die Walter Blüchert Stiftung:
Dr. Ulrike Naim – Tel. 0152-31066167 – E-Mail: presse@walter-bluechert-stiftung.de

Ansprechpartnerin für den Verband alleinerziehender Mütter und Väter:
Miriam Hoheisel – Tel. 030-6959786 – E-Mail: hoheisel@vamv.de

Aktuelles 7. Dezember 2016

„Keine Ausreden mehr! Armut von Kindern und Jugendlichen endlich bekämpfen!

5. Dezember 2016. „Keine Ausreden mehr! Armut von Kindern und Jugendlichen endlich bekämpfen! #stopkinderarmut“ – Mit dieser gemein-samen Online-Kampagne machen Wohlfahrts- und Sozialverbände ge-meinsam mit Familien- und Kinderrechtsorganisationen ab morgen auf das drängende Problem der Kinderarmut in Deutschland aufmerksam.

„Gerade in der Weihnachtszeit wird deutlich, wie groß der Mangel bei armen Familien ist“, betonen die Initiatoren, die am 6. Dezember gemeinsam mit der Nationalen Armutskonferenz das Online-Portal für die Kampagne öff-nen. „Der Nikolaus und der Weihnachtsmann machen oft einen Bogen um die Zimmer armer Kinder“, so die Bündnispartner. Im Regelsatz seien nicht einmal die Kosten für Adventsschmuck und Weihnachtsbaum eingerechnet. „Wir sagen: Das darf nicht sein! Gemeinsam müssen wir alles unternehmen, damit Kinder gut aufwachsen können! Jedes Kind ist gleich viel wert!“

Die Petition von Nationaler Armutskonferenz, Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie, Deutschem Kinderschutzbund, Deutschem Kinderhilfswerk, Ver-band Alleinerziehender Mütter und Väter sowie Zukunftsforum Familie kann ab heute/morgen auf dem Portal von Campact unterzeichnet werden. Mit ihrer Initiative wollen die Verbände einen breiten Unterstützerkreis gewinnen, der im Wahljahr Druck auf die Parteien macht.

Nach Angaben der Initiatoren leben rund drei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland in Armut. Es gehe darum, diesen Kindern jetzt ein Leben mit Perspektiven und ohne Ausgrenzung zu ermöglichen: „Wir fordern eine einheitliche Geldleistung für alle Kinder, die das Existenzminimum sichert. Ein gutes Aufwachsen darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen“, fasst der Petitionstext zusammen.

Im Einzelnen stellt die Petition fest:
• Die Hartz IV-Sätze für Kinder sind zu gering. Sie basieren auf ungenauen Rechnungen und willkürlichen Abschlägen.
• Arme Familien müssen mindestens in gleicher Weise gefördert werden, wie Familien mit höheren Einkommen entlastet.
• Staatliche Unterstützung muss einfach gestaltet und leicht zugäng-lich sein. Derzeit gehen viele Hilfen an den Familien und Kindern, die diese brauchen, vorbei.

Vielfältige Aktionen werden die Online-Petition im Wahljahr begleiten: „Wir werden aufmerksam verfolgen, welchen Stellenwert die Beseitigung von Kinderarmut in den Wahlprogrammen, einer Koalitionsvereinbarung und in Gesetzgebungsvorhaben erhält und ob konkret benannt wird, bis wann und wie Kinderarmut in Deutschland überwunden sein soll.“

Die Petition kann unter dem folgenden Link von Einzelpersonen unterzeichnet werden:
https://weact.campact.de/p/kinderarmutbekaempfen

Aktuelles 7. Dezember 2016

Gutes Leben für Kinder!

Das Netzwerk Alleinerziehendenarbeit Baden-Württemberg im Gespräch
mit den Familienpolitischen Sprecherinnen und Sprechern der Landtagsfraktionen zur Bekämpfung von Kinderarmut!

Das Netzwerk Alleinerziehendenarbeit Baden-Württemberg im Gespräch
mit den Familienpolitischen Sprecherinnen und Sprechern der Landtagsfraktionen zur Bekämpfung von Kinderarmut!

In Deutschland wachsen fast 2.5 Millionen Kinder in Armut auf. Tendenz steigend!
Besonders betroffen sind Kinder aus alleinerziehenden Familien. In Baden-Württemberg sind 46% aller Alleinerziehenden,
darunter 95% Frauen, und ihre Kinder von Armut betroffen.
In einem breiten und sehr engagierten Gespräch mit den familienpolitischen Sprecherinnen und Sprechern der Landtagsfraktionen wurden Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderarmut diskutiert und auf den Weg gebracht.

Alle Beteiligten waren sich einig:
Punkt.png   Die beschlossene Ausweitung der Leistungsdauer im Unterhaltsvorschuss von 12 auf 18 Jahre,
    muss schnell und zügig umgesetzt werden. Eine Verzögerung ist nicht hinnehmbar.

Punkt.png   Nicht gezahlter Unterhalt ist kein Kavaliersdelikt und trägt maßgeblich zur Kinderarmut bei.
    Hier braucht es dringend wirksame Mittel zur Durchsetzung.

In einem ersten Schritt möchten die familienpolitischen Sprecherinnen und Sprecher die Forderung des Netzwerks nach validen Daten zur Situation der Unterhaltszahlungen in Baden-Württemberg unterstützen und einen entsprechenden Antrag in den Landtag einbringen. Weiterhin wurde ein regelmäßiger Austausch vereinbart.

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v.l.n.r.
Klaus Burger (CDU), Jürgen Keck (FDP), Dorothea Wehinger (Bündnis 90 Die Grünen), Brigitte Rösiger (VAMV), Andreas Kenner (SPD), Edith Lauble
(Netzwerk Alleinerziehendenarbeit), Martina Liebendörfer (Netzwerk Alleinerziehendenarbeit), Hannelore List (Netzwerk Alleinerziehendenarbeit).
Aktuelles 2. Dezember 2016

Die geplante Ausweitung des Unterhaltsvorschuss muss pünktlich zum 1. Januar 2017 kommen

Berlin, 28. November 2016. Die geplante Ausweitung des Unterhaltsvorschuss muss pünktlich zum 1. Januar 2017 kommen. Das fordert der Verband allein erziehender Mütter und Väter e. V. (VAMV) in der Petition „Lassen Sie Trennungskinder nicht noch länger im Stich“. Diese hat er gemeinsam mit dem VAMV Landesverband Nordrhein-Westfalen, den Alleinerziehenden-Bloggerinnen Christine Finke ("Mama arbeitet"), Dr. Alexandra Widmer („Stark und alleinerziehend“) und Rona Duwe („Phönixfrauen“) gestartet. Durch den Ausbau des Unterhalts-vorschuss kann die hohe Kinderarmut in den Alleinerziehenden-familien spürbar gesenkt werden. Zuletzt war das Gesetzes-vorhaben wieder von der Tagesordnung des Bundestages ge-nommen worden, da die CDU Nachbesserungen in Finanzierungs- und Organisationsfragen gefordert hatte.

Kinder von Alleinerziehenden, die keinen oder nur wenig Unterhalt vom anderen Elternteil bekommen, haben Anspruch auf staatlichen Unterhaltsvorschuss. Dies allerdings nur bis zum 12. Lebensjahr und auch nur maximal für sechs Jahre. Mit der geplanten Änderung soll die Altersgrenze auf 18 Jahre angehoben werden und die maximale Bezugsdauer entfallen.

Angesichts der Tatsache, dass jedes zweite Kind in Armut bei einem allein erziehenden Elternteil lebt, halten die Initiatorinnen der Petition die Blockade der längst überfälligen Gesetzesinitiative für parteipolitisches Kalkül. „Es geht darum, gemeinsam Kinderarmut wirksam zu bekämpfen, statt den Ausbau des Unterhaltsvorschuss zu blockieren! Union und SPD sollten gemeinsam dieses Ziel im Blick haben und wie geplant zum 1. Januar 2017 umsetzen“, fordert die Petition. „Leidtragende dürfen nicht wieder die sein, denen das Geld ohnehin schon oft zum Leben nicht reicht: Alleinerziehende und ihre Kinder.“

Die Petition ist abrufbar unter: https://weact.campact.de/petitions/lassen-sie-trennungskinder-nicht-noch-langer-im-stich#

Aktuelles 29. November 2016

Hartz IV: 20.000 Unterschriften als starkes Votum für eine Umgangspauschale für Trennungskinder!

Berlin, 25. November 2016. Der Sozialausschuss des Bundestages berät am Montag darüber, ob die Regelbedarfe im Sozialrecht angemessen ermittelt und somit die Existenz bedürftiger Menschen gesichert ist. Anlässlich dieser Anhörung fordert der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV), eine Umgangspauschale für Trennungskinder in Hartz IV einzuführen, damit deren Existenzminimum endlich abgesichert ist.

„Die Praxis, das Sozialgeld für Kinder tageweise während des Umgangs mit dem getrennt lebenden Elternteil im Haushalt von Alleinerziehenden zu kürzen, hat sich leider verfestigt und verbreitet. Und zwar sogar dann, wenn der andere Elternteil gar nicht in Hartz IV ist“, bemängelt die VAMV-Vorsitzende Solveig Schuster. „Lebt ein Kind in zwei Haushalten, ist das teurer. Mangelverwaltung zwischen den Eltern ist keine Lösung: Der alleinerziehende Elternteil spart keine Fixkosten, während das Kind weg ist. Und der umgangsberechtigte Elternteil braucht Mittel, um das Kind versorgen zu können, wenn es bei ihm ist.“

Nur, wenn das Sozialgeld in der Hauptbedarfsgemeinschaft nicht gekürzt und der durch den Umgang mit dem anderen Elternteil entstehende Mehrbedarf durch eine Pauschale gedeckt wird, ist deren Existenz in beiden Haushalten sicher gestellt. „Wir fordern, die umgangsbedingten Mehrkosten anzuerkennen und mit der Einführung einer Umgangs-pauschale zu berücksichtigen. Alleinerziehende brauchen Rechtssicherheit. Sie können erst aufatmen, wenn sie nicht länger eine Kürzung befürchten müssen, sobald ihr Kind Umgang mit dem nicht mehr im Haushalt lebenden Elternteil hat. Jedes Kind braucht beide Elternteile und sowohl Kinder als auch Eltern sollten sich auch nach einer Trennung den Umgang mit-einander leisten können“, fordert Solveig Schuster.

Die alleinerziehende Mutter Anna Petri-Satter hat mit einer Online-Petition rund 20.000 Unterschriften für einen Umgangsmehrbedarf gesammelt. Diese wird sie vor der Anhörung am 28. November zusammen mit dem VAMV als starkes Votum für eine Umgangspauschale an den Sozialausschuss überreichen.

Aktuelles 26. November 2016

Leistungen für Alleinerziehende Bundeskabinett beschließt Ausweitung des Unterhaltsvorschusses

Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Landesverband Baden-Württemberg e.V.
Gymnasiumstr.43, 70174 Stuttgart
Telefon:0711/24847118 E-Mail: vamv-bw@web.de Internet:www.vamv-bw.de
Landesvorsitzende: Dr.Charlotte Michel-Biegel
Landesgeschäftsführerin: Brigitte Rösiger

Pressemitteilung

Stuttgart, 16.11.2016
Leistungen für Alleinerziehende
Bundeskabinett beschließt Ausweitung des Unterhaltsvorschusses

Alleinerziehende Mütter und Väter leisten enorm viel und brauchen beson-dere Unterstützung. Deshalb hat das Bundeskabinett am 16. November beschlossen, den Unterhaltsvorschuss auszuweiten.

Der VAMV Landesverband zeigt sich glücklich und erleichtert über den überfälligen Ausbau. Nur jedes vierte Kind erhält den Unterhalt, der ihm zu-steht, die Hälfte aller betroffenen Kinder erhalten überhaupt keinen Unterhalt. Diese Tatsache stellt eine enorme Belastung für die Alleinerziehenden dar und ist Ursache für ihr hohe Armutsrisiko.

Ab 2017 wird der Unterhaltsvorschuss bis zur Volljährigkeit des Kindes gezahlt. Die bisherige Höchstbezugsdauer von 72 Monaten wird aufgehoben. Über die Finanzierung wird mit den Ländern gesondert eine Einigung herbeigeführt.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig erklärte dazu:
"Bislang zahlt der Staat höchstens sechs Jahre lang und für Elternteile mit Kindern ab zwölf Jahren gar nicht. Kinder wachsen, kommen in die Schule. Jetzt zum Beispiel werden dicke Jacken und Winterschuhe gebraucht. Gerade, wenn der Partner keinen Unterhalt zahlt, muss der Staat besser unterstützen. Deswegen soll der staatliche Vorschuss jetzt für Kinder bis zum Alter von 18 Jahren ausgeweitet werden. Davon werden zusätzlich mindes-tens 260.000 Kinder profitieren."

Der Unterhaltsvorschuss ist eine sehr wichtige Leistung für alleinerziehende Eltern und ihre Kinder. Das bestätigt auch die Gesamtevaluation der fami-lienbezogenen Leistungen. Bereits in seiner derzeitigen Ausgestaltung sichert der Unterhaltsvorschuss verlässlich die wirtschaftliche Stabilität der Familien und trägt zu ihrem Wohlergehen bei.

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) vertritt seit 1967 die Interessen der Alleinerziehenden. Der VAMV fordert die Anerkennung von Einelternfamilien als gleichberechtigte Lebensform und entsprechende gesellschaftliche Rahmenbedingun-gen. Er tritt für eine verantwortungsvolle gemeinsame Elternschaft auch nach Trennung und Scheidung ein.

Aktuelles 18. November 2016

Alleinerziehende begrüßen Einigung, Unterhaltsvorschuss endlich auszubauen!

Berlin, 17. Oktober 2016. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) begrüßt die Einigung zwischen Bund und Ländern, den Unterhaltsvorschuss bis zum 18. Lebensjahr des Kindes zu verlängern und die begrenzte Bezugsdauer von 72 Monaten aufzuheben. „Der Unterhalts-vorschuss ist eine wichtige, armutsvermeidende Leistung. Die willkürlichen Begrenzungen stellen Alleinerziehende allerdings vor massive Probleme. Mit einem Ausbau des Unterhaltsvorschuss bis 18 wird eine langjährige Forderung des VAMV endlich umgesetzt“, betont Bundesvorsitzende Solveig Schuster. „Wir sind erleichtert und froh. Reformbedarf bestehe aber weiter in der Höhe. Um Gerechtigkeit für alle Kinder zu schaffen, darf das Kindergeld nicht länger vollständig auf den Unterhaltsvorschuss ange-rechnet werden, sondern wie beim Unterhalt nur zur Hälfte“, fordert Schuster. Nur so kann der Unterhaltsvorschuss seine armutsvermeidende Wirkung tatsächlich entfalten.

Mit dem Unterhaltsvorschuss springt der Staat für den Unterhaltspflichtigen ein, wenn dieser nicht zahlt, damit das Kind Geld zum Leben hat. Allerdings nur bis zum 12. Geburtstag des Kindes und für maximal 72 Monate. Nur jedes vierte Kind erhält den Unterhalt, der ihm zusteht, die Hälfte sogar gar keinen.

Mit dem Beschluss zur Neuregelung des Bund-Länder-Finanzausgleichs haben sich Bund und Länder vergangen Freitag darauf verständigt, zum 1. Januar 2017 die Altersgrenze von 12 auf 18 Jahre anzuheben, die Bezugs-dauergrenze aufzuheben sowie auf eine dafür erforderliche Finanzierung. Diese liegt bereits jetzt auf den Schultern von Bund und Ländern. Zu den finanziellen Belastungen der Länder gebe es noch Beratungsbedarf mit dem Bund, so der Beschluss der Regierungschef/innen von Bund und Ländern.

„Wir gehen davon aus, dass ein Ausbau des Unterhaltsvorschuss Kinder von Alleinerziehenden aus der Armut holt“, betont Solveig Schuster. „Wir dringen auf eine zeitnahe Einigung, welche Belastungen Bund und Länder tragen, so dass die Änderung tatsächlich Anfang 2017 in Kraft treten kann.“

Aktuelles 19. Oktober 2016

Keine Ausreden mehr: Armut von Kindern und Jugendlichen endlich bekämpfen! Internationaler Tag der Armutsbekämpfung am 17. Oktober

Drei Schritte gegen Kinderarmut – Forderungen zur Bundestagswahl
Wirksames Handeln gegen Kinderarmut ist überfällig: Die Zahl armer Kinder steigt von Jahr zu Jahr. Rund 3 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland sind von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen, so Erhebungen des Statistischen Bundesamtes. Jedes fünfte Kind lebt in Armut. 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche beziehen Grundsicherungsleistungen, davon leben knapp 1 Million Kinder in Alleinerziehenden-Haushalten
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Aktuelles 18. Oktober 2016

Kinderarmut bekämpfen!

Berlin, den 13. Oktober 2016
Pressemitteilung zum Internationalen Tag zur Beseitigung der Armut am 17.Oktober Alleinerziehende und ihre Kinder tragen in Deutschland das höchste Armutsrisiko. Fast 1 Million Kinder in Ein-Elternfamilien leben in Armut –mit allen negativen Auswirkungen auch auf ihre Zukunft. Alleinerziehende, davon sind 90 Prozent Frauen, werden buchstäblich alleingelassen. Ihre Situation hat sich in den vergangenen zehn Jahren verschlechtert statt verbessert. Jeder Cent muss dreimal umgedreht werden, für Freizeitaktivitäten, Kultur, Urlaub oder notwendige Anschaffungen reicht häufig das Geld nicht.
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Aktuelles 18. Oktober 2016