Aktuelles

Neuauflage der Studie „Alleinerziehende unter Druck Hauptgrund für hohe Armutsquote in Einelternfamilien ist ausbleibender Kindesunterhalt – Politik ist nun gefragt!"

Die Bertelsmann-Stiftung hat die Studie „Alleinerziehende unter Druck. Rechtliche Rahmenbedingungen, finanzielle Lage und Reformbedarf“ überarbeitet und neu aufgelegt. Die Autorinnen, Anne Lenze und Antje Funcke zeigen: Die Armut in Einelternfamilien ist weiterhin sehr hoch, Tendenz eher steigend (laut des Ersten Armuts-und Reichtumsberichts Baden-Württemberg sind 46% der Alleinerziehenden arm). Hauptgrund dafür sind die ausbleibenden Kindesunterhaltszahlungen (50% bekommen gar keinen Kindesunterhalt, 25% nur sporadisch). Die Politik ist gefragt: Der VAMV teilt die in der Studie formulierten Reformvorschläge bezüglich eines dringend notwendigen Ausbaus des Unterhaltsvorschusses, der besseren Durchsetzung von Kindesunterhaltsansprüchen, die Berücksichtigung eines Umgangs-Mehrbedarfes sowie längerfristig einer Neugestaltung der Existenzsicherung von Kindern.

Factsheet

Policy Brief

Studie

Aktuelles 19. Juli 2016

Arm Ärmer Alleinerziehend!

Fachtag zum Ersten Armuts und Reichtumsbericht Baden-Württemberg vom 15. Juni 2016 in Stuttgart

Aktuelles 19. Juli 2016

Stuttgarter Diversity Kongress "Kommunale Politik der Vielfalt in Zeiten des Umbruchs"

Zum zweiten Mal lädt die Abteilung für individuelle Chancengleichheit von Frauen und Männern der Landeshauptstadt
am Dienstag, 14. Juni, zum Stuttgarter Diversity Kongress ins Rathaus ein. Die Fachkonferenz für Verantwortliche
aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Verbänden und Institutionen, will die kommunalpolitische Vielschichtigkeit
beleuchten, notwendige Vernetzungsstrategien aufzeigen und konkrete Lösungsansätze diskutieren.

Um 14:30 Uhr - 16:00 Uhr werden auch wir vom VAMV einen Beitrag halten über
"Armut bei Alleinerziehenden: Ursachen und politische Forderungen des VAMV".

Aktuelles 3. Juni 2016

Arm Ärmer Alleinerziehend!

Fachtag zum Ersten Armuts und Reichtumsbericht Baden-Württemberg
15. Juni 2016 in Stuttgart

Nach Aussage des Ersten Armuts- und Reichtumsberichts Baden-Württemberg, der im Dezember 2015 veröffentlicht
wurde, sind 45,8 % aller Alleinerziehenden in Baden-Württemberg von Armut betroffen, davon sind 95% Frauen.
Der Befund ist nicht neu, erschreckend ist aber, dass von 2007 bis 2013 eine gravierende Verschlechterung
stattgefunden hat!

Das Netzwerk Alleinerziehendenarbeit Baden-Württemberg fordert daher schnelle und wirksame Maßnahmen für
Alleinerziehende. Ein erstes Fachgespräch am 15. Juni 2016 in Stuttgart will mit Politikerinnen und Politikern,
Fachleuten und Betroffenen Strategien zur Entlastung und finanziellen Absicherung von Alleinerziehenden und ihren
Kindern diskutieren und entwickeln.

Flyer zum Downloaden

Aktuelles 3. Mai 2016

Raus aus der Teilzeitfalle – jetzt! Berlin, März 2016

Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Deutscher Frauenrat (DF),das Bundesforum Männer,
die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF), das Zukunftsforum Familie
(ZFF) und der Sozialverband Deutschland (SoVD) fordern die Weiterentwicklung des Teilzeitrechts.
Bundesregierung muss Koalitionsvertrag endlich umsetzen!

Im Koalitionsvertrag haben sich CDU, CSU und SPD darauf verständigt, für Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer, einen Anspruch auf befristete Teilzeitarbeit zu schaffen. In Teilzeit Beschäftigten
soll die Aufstockung ihrer Stundenzahl erleichtert werden.

Teilzeit ist in Deutschland meist Frauensache: Fast jede zweite Frau hierzulande arbeitet so
(47 Prozent der erwerbstätigen Frauen). Als Grund dafür geben die meisten Frauen familiäre Verpflichtungen
wie die Betreuung von Kindern oder Pflegebedürftigen an. Für die wenigen teilzeitbeschäftigten
Männer (9 Prozent) ist eine parallel laufende Ausbildung oder eine berufliche Fortbildung Hauptgrund,
die Arbeitszeit zu reduzieren.

Das Problem für viele: Einmal Teilzeit, immer Teilzeit.

Aber nicht alle, die in Teilzeit arbeiten, tun dies freiwillig. 1,1 Millionen teilzeitbeschäftigte
Frauen und 419.000 teilzeitbeschäftigte Männer im Alter zwischen 20 und 64 Jahren würden
gerne Vollzeit arbeiten. Sie finden aber keine entsprechende Stelle. Dabei sind vor allem
kurze Arbeitszeiten mit gravierenden Nachteilen verbunden: beim Einkommen, bei der Karriere und
bei der sozialen Sicherung. Gerade für viele Frauen ist Altersarmut damit vorprogrammiert.
Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit seiner Teilzeitquote der weiblichen Erwerbstätigen
im Spitzenbereich. Der Anteil der Frauen mit sehr kurzen Arbeitszeiten unterhalb von 15 Stunden
pro Woche hat sich zwischen 1991 und 2013 sogar mehr als verdoppelt, von 6 auf 14 Prozent.
Daher fordern DGB, DF, Bundesforum Männer, AGF, ZFF und SoVD die Bundesregierung auf, den Koalitionsvertrag
endlich umzusetzen: Das Teilzeitrecht muss weiterentwickelt, ein Anspruch auf Aufstockung der Teilzeit sowie
auf befristete Teilzeitarbeit muss geschaffen werden – nicht zuletzt damit es auch Männern künftig leichter
fällt, ihre Arbeitszeit für familiäre Aufgaben zu reduzieren.

Quellen:
Statistisches Bundesamt: Arbeitsmarkt auf einen Blick – Deutschland und Europa, 2016. Broeschüre Arbeitsmarkt
Gender News. Große Unterschiede in den Arbeitszeiten von Frauen und Männern.
Ergebnisse aus dem WSI GenderDatenPortal, WSI Report, 2015. böckler

Aktuelles 22. März 2016

Der Bestseller! Das VAMV-Taschenbuch in der 22. Auflage 2016

Wo bekomme ich finanzielle Unterstützung? Was sind meine Ansprüche? Welche Rechte hat mein Kind?
Antworten auf diese und viele weitere Fragen finden Sie im Taschenbuch: Alleinerziehend - Tipps und Informationen.



Seit der letzten Auflage des Ratgebers „Allein erziehend – Tipps und Informationen“ hat sich einiges geändert. Die neue 22. Auflage hat folgende Themen aktualisiert:


• Steuerlichen Entlastungsbetrag für Alleinerziehende,
• Kindergelde,
• Elterngeld Plus,
• Wohngeld,
• Neuregelung der Sorge nicht miteinander verheirateter Eltern (seit 2013).


Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Bundesverband e.V. - VAMV (Hrsg.), Berlin 2016, 240 Seiten

Bestellmöglichkeiten:
Falls Sie mehrere Taschenbücher benötigen:
Publikationsversand der Bundesregierung:
publikationen(at)bundesregierung.de
telefonisch unter: 030-182722721

Falls Sie eins oder wenige Taschenbücher benötigen, dann können Sie diese in der VAMV LV Geschäftsstelle in Stuttgart bestellen.
Für ein Exemplar wird eine Versandkostenpauschale in Höhe von 5 Euro fällig, für 2 bis 10 Exemplare 10 Euro.

Aktuelles 18. März 2016

Anhörung im Bundestag zu Alleinerziehenden: Unterhaltsvorschuss endlich ausbauen!

Anhörung im Bundestag zu Alleinerziehenden: Unterhaltsvorschuss endlich ausbauen!

Berlin, 15. März 2016. Um die Situation von Allererziehenden und ihren Kindern zu verbessern, braucht es zahlreiche Reformen, zeigte die gestrige Anhörung zur Situation Alleinerziehender im Familienausschuss des Bundestages. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) forderte einen Systemwechsel hin zu einer Kindergrundsicherung, damit alle Kinder jenseits von Armut aufwachsen können, unabhängig von der Familienform und vom Einkommen ihrer Eltern.

Einig waren sich die Sachverständigen, dass ein Ausbau des Unterhaltsvorschuss notwendig ist, um die Situation von Alleinerziehenden und ihrer Kinder zu verbessern: Diese Ersatzleistung für nicht gezahlten Unterhalt ist derzeit auf 72 Monate begrenzt, diese Grenze solle gestrichen werden. Die Altersgrenze müsse von 12 auf 18 angehoben werden. Das Kindergeld sei zukünftig nur noch hälftig auf den Unterhaltsvorschuss anzurechnen. Hin-tergrund: 75 Prozent der Alleinerziehenden erhält gar keinen oder weniger als den ihren Kindern zustehenden Kindesunterhalt. Auch der weitere quanti-tative und qualitative Ausbau der ganztägigen Kinderbetreuung, auch an Randzeiten und für Schulkinder, sei ein zentraler Weg, gerade Alleiner-ziehende zu unterstützen.

„Alleinerziehende und ihre Kinder haben mit über 40 Prozent das höchste Armutsrisiko aller Familienformen, das ist Ausdruck ihrer immer noch anhaltenden gesellschaftlichen Benachteiligung“, kritisierte Miriam Hoheisel, Bundesgeschäftsführerin des VAMV. Eine zentrale Ursache liege darin, dass Leistungen für Familien auf verheiratete Ehepaare zugeschnitten sind, während Alleinerziehende und ihre Kinder aufgrund von Anrechnungen und unbeabsichtigten Wechselwirkungen systematisch durchs Raster fallen. „Der vom Ziel her armutsvermeidende Kinderzuschlag kann ausgerechnet bei Alleinerziehenden nicht seine volle Wirkung entfalten. Hier besteht drin-gender Reformbedarf bei der Anrechnung von Unterhalt, Unterhaltsvor-schuss und Waisenrente“, forderte Hoheisel.

Der VAMV kritisierte geplante Verschlechterungen für die Kinder von Alleinerziehenden bei der aktuellen Hartz-IV-Reform: Es soll immer das Sozial-geld fürs Kind bei Alleinerziehenden gestrichen werden für die Tage, an denen es Umgang mit dem Vater hat. Und zwar sogar dann, wenn dieser gar nicht in Hartz IV ist. „Es fällt dabei unter den Tisch, dass es teurer ist, wenn ein Kind sich in zwei Haushalten aufhält. Statt Mangelverwaltung zwischen den Eltern fordern wir einen Umgangsmehrbedarf für Kinder als eine Ant-wort gegen Kinderarmut!“, unterstrich Miriam Hoheisel.

Ausführliche Stellungnahme unter: www.vamv.de

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) vertritt seit 1967 die Interessen der heute 2,7 Millionen Alleinerziehenden. Der VAMV fordert die Aner-kennung von Einelternfamilien als gleichberechtigte Lebensform und entsprechende gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Er tritt für eine verantwortungsvolle gemein-same Elternschaft auch nach Trennung und Scheidung ein.

Aktuelles 18. März 2016

Lebenslage alleinerziehend in Stuttgart, Zeitungsartikel vom 29. Februar 2016

Zum Zeitungsartikel

Aktuelles 18. März 2016

Alleinerziehende und Armut!

Alleinerziehende und Armut!

VAMV-Vorsitzende Solveig Schuster zum Armutsbericht:

Die Ursachen sind vielfältig: Sie reichen von der Situation Alleinerziehender als Frauen und Mütter auf dem Arbeitsmarkt mit einem Betreuungsangebot, welches nicht zu den Arbeitszeiten passt, über nicht gezahlten Kindesunterhalt bis hin zu familien- und ehepolitischen Leistungen, die bei ihnen nicht ankommen, weil Teile des Sozial-, Steuer- und Unterhaltsrechts nicht gut aufeinander abgestimmt sind oder sich widersprechen. Sie fallen durchs Raster. „Sie“, das sind 1,6 Millionen Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern im Haushalt – jede fünfte Familie.

Etwa beim Kinderzuschlag, einer Leistung die explizit verhindern soll, dass Familien auf Hartz IV angewiesen sind: Diese Leistung schließt Alleinerziehende fast vollständig aus, da Kindesunterhalt und/oder Unterhaltsvorschuss darauf angerechnet werden. Statt dem Nebeneinander vieler kindbezogener Leistungen setzt der VAMV daher auf eine Kindergrundsicherung als armutsvermeidendes Instrument.
Es gibt weitere Beispiele, die Alleinerziehende benachteiligen oder sie ausbremsen.

Wie das Ehegattensplitting und die Steuerklasse II: Während der Trauschein eine bis zu 15.700 Euro hohe Entlastung im Jahr bewirkt, werden Alleinerziehende in der Steuer mit einem Entlastungsbetrag von 1.908 Euro abgespeist.

Wie die Kinderbetreuung: Alleinerziehende arbeiten in allen Branchen, auch im Gesundheitssystem, im Einzelhandel oder in der Gastronomie. Da ist Schichtdienst, Wochenendarbeit auch in den Ferienzeiten angesagt. Es fehlen die passenden Betreuungsangebote zu Randzeiten, am Wochenende und in den Ferien. In der Kita, aber auch in der Schule. Das bedeutet: Ohne Kita kein existenzsichernder Job, ohne genug Einkommen Armut und Hartz IV. Ohne Beiträge in die Rentenversicherung und private Vorsorge Armut im Alter.

Wie das SGB II: Aktuell stehen dafür Neuregelungen an, und wir fordern zusammen mit anderen Verbänden die Einführung eines pauschalisierten Mehrbedarfs für Umgangskinder im SGB II. Derzeitig wird bei den Alleinerziehenden tageweise das vollständige Sozialgeld gekürzt, sobald das Kind Umgang mit dem anderen Elternteil hat. Um einem Kind mit Aufenthalten in zwei Haushalten alles Notwendige, wie Kleidung und Alltagsutensilien bereitstellen zu können, bedarf es aber doppelter Anschaffungen. Fixkosten wie Telefon und Strom fallen bei der Alleinerziehenden weiter an und werden auch bei Abwesenheiten des Kindes nicht eingespart. Eine Existenzsicherung, die unterste Stufe der Armutsvermeidung, wird für diese Kinder erst durch einen solchen Umgangsmehrbedarf gewährleisten.

Aktuelles 24. Februar 2016

Armutsbericht 2016 des Paritätischen Gesamtverbands

Der Paritätische Gesamtverband hat am 23.2.16 seinen aktuellen Armutsbericht 2016 vorgestellt. Der Armutsbericht ist unter Mitherausgeberschaft des VAMV und weiterer Verbände erschienen. Die Herausgeber kritisieren die anhaltend hohe Armut und fordern von der Bundesregierung einen sozial- und steuerpolitischen Kurswechsel.

Der Armutsbericht enthält neben Daten auch Berichte, Analysen und Kommentare zu besonders armutsgefährdeten Gruppen.

Trauriger Spitzenreiter bei den von Armut betroffenen Familien: Alleinerziehende und ihre Kinder

Obwohl „nur“ jede fünfte Familie eine Einelternfamilie ist, leben die Hälfte aller armen Kinder bei einem alleinerziehenden Elternteil. Und das, obwohl die Erwerbstätigkeit alleinerziehender Frauen hoch ist und weiter ansteigt.

Alleinerziehende: Nicht mal Arbeit schützt vor Armut

Einelternfamilien fallen systematisch durchs Raster der Familien- und Sozialpolitik:

· Der Kinderzuschlag kommt bei ihnen nicht an.

· Das Ehegattensplitting subventioniert den Trauschein, nicht die Kinder.

· Die Kinderbetreuung reicht oft nicht aus, um existenzsichernd erwerbstätig zu sein.

· Bei Hartz-IV-Haushalten sind die Umgangsmehrkosten nicht gedeckt.

Hier die Pressemitteilung dazu

Aktuelles 24. Februar 2016