Aktuelles

Arm Ärmer Alleinerziehend!

Fachtag zum Ersten Armuts und Reichtumsbericht Baden-Württemberg
15. Juni 2016 in Stuttgart

Nach Aussage des Ersten Armuts- und Reichtumsberichts Baden-Württemberg, der im Dezember 2015 veröffentlicht
wurde, sind 45,8 % aller Alleinerziehenden in Baden-Württemberg von Armut betroffen, davon sind 95% Frauen.
Der Befund ist nicht neu, erschreckend ist aber, dass von 2007 bis 2013 eine gravierende Verschlechterung
stattgefunden hat!

Das Netzwerk Alleinerziehendenarbeit Baden-Württemberg fordert daher schnelle und wirksame Maßnahmen für
Alleinerziehende. Ein erstes Fachgespräch am 15. Juni 2016 in Stuttgart will mit Politikerinnen und Politikern,
Fachleuten und Betroffenen Strategien zur Entlastung und finanziellen Absicherung von Alleinerziehenden und ihren
Kindern diskutieren und entwickeln.

Flyer zum Downloaden

Aktuelles 3. Mai 2016

Raus aus der Teilzeitfalle – jetzt! Berlin, März 2016

Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Deutscher Frauenrat (DF),das Bundesforum Männer,
die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF), das Zukunftsforum Familie
(ZFF) und der Sozialverband Deutschland (SoVD) fordern die Weiterentwicklung des Teilzeitrechts.
Bundesregierung muss Koalitionsvertrag endlich umsetzen!

Im Koalitionsvertrag haben sich CDU, CSU und SPD darauf verständigt, für Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer, einen Anspruch auf befristete Teilzeitarbeit zu schaffen. In Teilzeit Beschäftigten
soll die Aufstockung ihrer Stundenzahl erleichtert werden.

Teilzeit ist in Deutschland meist Frauensache: Fast jede zweite Frau hierzulande arbeitet so
(47 Prozent der erwerbstätigen Frauen). Als Grund dafür geben die meisten Frauen familiäre Verpflichtungen
wie die Betreuung von Kindern oder Pflegebedürftigen an. Für die wenigen teilzeitbeschäftigten
Männer (9 Prozent) ist eine parallel laufende Ausbildung oder eine berufliche Fortbildung Hauptgrund,
die Arbeitszeit zu reduzieren.

Das Problem für viele: Einmal Teilzeit, immer Teilzeit.

Aber nicht alle, die in Teilzeit arbeiten, tun dies freiwillig. 1,1 Millionen teilzeitbeschäftigte
Frauen und 419.000 teilzeitbeschäftigte Männer im Alter zwischen 20 und 64 Jahren würden
gerne Vollzeit arbeiten. Sie finden aber keine entsprechende Stelle. Dabei sind vor allem
kurze Arbeitszeiten mit gravierenden Nachteilen verbunden: beim Einkommen, bei der Karriere und
bei der sozialen Sicherung. Gerade für viele Frauen ist Altersarmut damit vorprogrammiert.
Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit seiner Teilzeitquote der weiblichen Erwerbstätigen
im Spitzenbereich. Der Anteil der Frauen mit sehr kurzen Arbeitszeiten unterhalb von 15 Stunden
pro Woche hat sich zwischen 1991 und 2013 sogar mehr als verdoppelt, von 6 auf 14 Prozent.
Daher fordern DGB, DF, Bundesforum Männer, AGF, ZFF und SoVD die Bundesregierung auf, den Koalitionsvertrag
endlich umzusetzen: Das Teilzeitrecht muss weiterentwickelt, ein Anspruch auf Aufstockung der Teilzeit sowie
auf befristete Teilzeitarbeit muss geschaffen werden – nicht zuletzt damit es auch Männern künftig leichter
fällt, ihre Arbeitszeit für familiäre Aufgaben zu reduzieren.

Quellen:
Statistisches Bundesamt: Arbeitsmarkt auf einen Blick – Deutschland und Europa, 2016. Broeschüre Arbeitsmarkt
Gender News. Große Unterschiede in den Arbeitszeiten von Frauen und Männern.
Ergebnisse aus dem WSI GenderDatenPortal, WSI Report, 2015. böckler

Aktuelles 22. März 2016

Der Bestseller! Das VAMV-Taschenbuch in der 22. Auflage 2016

Wo bekomme ich finanzielle Unterstützung? Was sind meine Ansprüche? Welche Rechte hat mein Kind?
Antworten auf diese und viele weitere Fragen finden Sie im Taschenbuch: Alleinerziehend - Tipps und Informationen.



Seit der letzten Auflage des Ratgebers „Allein erziehend – Tipps und Informationen“ hat sich einiges geändert. Die neue 22. Auflage hat folgende Themen aktualisiert:


• Steuerlichen Entlastungsbetrag für Alleinerziehende,
• Kindergelde,
• Elterngeld Plus,
• Wohngeld,
• Neuregelung der Sorge nicht miteinander verheirateter Eltern (seit 2013).


Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Bundesverband e.V. - VAMV (Hrsg.), Berlin 2016, 240 Seiten

Bestellmöglichkeiten:
Falls Sie mehrere Taschenbücher benötigen:
Publikationsversand der Bundesregierung:
publikationen(at)bundesregierung.de
telefonisch unter: 030-182722721

Falls Sie eins oder wenige Taschenbücher benötigen, dann können Sie diese in der VAMV LV Geschäftsstelle in Stuttgart bestellen.
Für ein Exemplar wird eine Versandkostenpauschale in Höhe von 5 Euro fällig, für 2 bis 10 Exemplare 10 Euro.

Aktuelles 18. März 2016

Anhörung im Bundestag zu Alleinerziehenden: Unterhaltsvorschuss endlich ausbauen!

Anhörung im Bundestag zu Alleinerziehenden: Unterhaltsvorschuss endlich ausbauen!

Berlin, 15. März 2016. Um die Situation von Allererziehenden und ihren Kindern zu verbessern, braucht es zahlreiche Reformen, zeigte die gestrige Anhörung zur Situation Alleinerziehender im Familienausschuss des Bundestages. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) forderte einen Systemwechsel hin zu einer Kindergrundsicherung, damit alle Kinder jenseits von Armut aufwachsen können, unabhängig von der Familienform und vom Einkommen ihrer Eltern.

Einig waren sich die Sachverständigen, dass ein Ausbau des Unterhaltsvorschuss notwendig ist, um die Situation von Alleinerziehenden und ihrer Kinder zu verbessern: Diese Ersatzleistung für nicht gezahlten Unterhalt ist derzeit auf 72 Monate begrenzt, diese Grenze solle gestrichen werden. Die Altersgrenze müsse von 12 auf 18 angehoben werden. Das Kindergeld sei zukünftig nur noch hälftig auf den Unterhaltsvorschuss anzurechnen. Hin-tergrund: 75 Prozent der Alleinerziehenden erhält gar keinen oder weniger als den ihren Kindern zustehenden Kindesunterhalt. Auch der weitere quanti-tative und qualitative Ausbau der ganztägigen Kinderbetreuung, auch an Randzeiten und für Schulkinder, sei ein zentraler Weg, gerade Alleiner-ziehende zu unterstützen.

„Alleinerziehende und ihre Kinder haben mit über 40 Prozent das höchste Armutsrisiko aller Familienformen, das ist Ausdruck ihrer immer noch anhaltenden gesellschaftlichen Benachteiligung“, kritisierte Miriam Hoheisel, Bundesgeschäftsführerin des VAMV. Eine zentrale Ursache liege darin, dass Leistungen für Familien auf verheiratete Ehepaare zugeschnitten sind, während Alleinerziehende und ihre Kinder aufgrund von Anrechnungen und unbeabsichtigten Wechselwirkungen systematisch durchs Raster fallen. „Der vom Ziel her armutsvermeidende Kinderzuschlag kann ausgerechnet bei Alleinerziehenden nicht seine volle Wirkung entfalten. Hier besteht drin-gender Reformbedarf bei der Anrechnung von Unterhalt, Unterhaltsvor-schuss und Waisenrente“, forderte Hoheisel.

Der VAMV kritisierte geplante Verschlechterungen für die Kinder von Alleinerziehenden bei der aktuellen Hartz-IV-Reform: Es soll immer das Sozial-geld fürs Kind bei Alleinerziehenden gestrichen werden für die Tage, an denen es Umgang mit dem Vater hat. Und zwar sogar dann, wenn dieser gar nicht in Hartz IV ist. „Es fällt dabei unter den Tisch, dass es teurer ist, wenn ein Kind sich in zwei Haushalten aufhält. Statt Mangelverwaltung zwischen den Eltern fordern wir einen Umgangsmehrbedarf für Kinder als eine Ant-wort gegen Kinderarmut!“, unterstrich Miriam Hoheisel.

Ausführliche Stellungnahme unter: www.vamv.de

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) vertritt seit 1967 die Interessen der heute 2,7 Millionen Alleinerziehenden. Der VAMV fordert die Aner-kennung von Einelternfamilien als gleichberechtigte Lebensform und entsprechende gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Er tritt für eine verantwortungsvolle gemein-same Elternschaft auch nach Trennung und Scheidung ein.

Aktuelles 18. März 2016

Lebenslage alleinerziehend in Stuttgart, Zeitungsartikel vom 29. Februar 2016

Zum Zeitungsartikel

Aktuelles 18. März 2016

Alleinerziehende und Armut!

Alleinerziehende und Armut!

VAMV-Vorsitzende Solveig Schuster zum Armutsbericht:

Die Ursachen sind vielfältig: Sie reichen von der Situation Alleinerziehender als Frauen und Mütter auf dem Arbeitsmarkt mit einem Betreuungsangebot, welches nicht zu den Arbeitszeiten passt, über nicht gezahlten Kindesunterhalt bis hin zu familien- und ehepolitischen Leistungen, die bei ihnen nicht ankommen, weil Teile des Sozial-, Steuer- und Unterhaltsrechts nicht gut aufeinander abgestimmt sind oder sich widersprechen. Sie fallen durchs Raster. „Sie“, das sind 1,6 Millionen Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern im Haushalt – jede fünfte Familie.

Etwa beim Kinderzuschlag, einer Leistung die explizit verhindern soll, dass Familien auf Hartz IV angewiesen sind: Diese Leistung schließt Alleinerziehende fast vollständig aus, da Kindesunterhalt und/oder Unterhaltsvorschuss darauf angerechnet werden. Statt dem Nebeneinander vieler kindbezogener Leistungen setzt der VAMV daher auf eine Kindergrundsicherung als armutsvermeidendes Instrument.
Es gibt weitere Beispiele, die Alleinerziehende benachteiligen oder sie ausbremsen.

Wie das Ehegattensplitting und die Steuerklasse II: Während der Trauschein eine bis zu 15.700 Euro hohe Entlastung im Jahr bewirkt, werden Alleinerziehende in der Steuer mit einem Entlastungsbetrag von 1.908 Euro abgespeist.

Wie die Kinderbetreuung: Alleinerziehende arbeiten in allen Branchen, auch im Gesundheitssystem, im Einzelhandel oder in der Gastronomie. Da ist Schichtdienst, Wochenendarbeit auch in den Ferienzeiten angesagt. Es fehlen die passenden Betreuungsangebote zu Randzeiten, am Wochenende und in den Ferien. In der Kita, aber auch in der Schule. Das bedeutet: Ohne Kita kein existenzsichernder Job, ohne genug Einkommen Armut und Hartz IV. Ohne Beiträge in die Rentenversicherung und private Vorsorge Armut im Alter.

Wie das SGB II: Aktuell stehen dafür Neuregelungen an, und wir fordern zusammen mit anderen Verbänden die Einführung eines pauschalisierten Mehrbedarfs für Umgangskinder im SGB II. Derzeitig wird bei den Alleinerziehenden tageweise das vollständige Sozialgeld gekürzt, sobald das Kind Umgang mit dem anderen Elternteil hat. Um einem Kind mit Aufenthalten in zwei Haushalten alles Notwendige, wie Kleidung und Alltagsutensilien bereitstellen zu können, bedarf es aber doppelter Anschaffungen. Fixkosten wie Telefon und Strom fallen bei der Alleinerziehenden weiter an und werden auch bei Abwesenheiten des Kindes nicht eingespart. Eine Existenzsicherung, die unterste Stufe der Armutsvermeidung, wird für diese Kinder erst durch einen solchen Umgangsmehrbedarf gewährleisten.

Aktuelles 24. Februar 2016

Armutsbericht 2016 des Paritätischen Gesamtverbands

Der Paritätische Gesamtverband hat am 23.2.16 seinen aktuellen Armutsbericht 2016 vorgestellt. Der Armutsbericht ist unter Mitherausgeberschaft des VAMV und weiterer Verbände erschienen. Die Herausgeber kritisieren die anhaltend hohe Armut und fordern von der Bundesregierung einen sozial- und steuerpolitischen Kurswechsel.

Der Armutsbericht enthält neben Daten auch Berichte, Analysen und Kommentare zu besonders armutsgefährdeten Gruppen.

Trauriger Spitzenreiter bei den von Armut betroffenen Familien: Alleinerziehende und ihre Kinder

Obwohl „nur“ jede fünfte Familie eine Einelternfamilie ist, leben die Hälfte aller armen Kinder bei einem alleinerziehenden Elternteil. Und das, obwohl die Erwerbstätigkeit alleinerziehender Frauen hoch ist und weiter ansteigt.

Alleinerziehende: Nicht mal Arbeit schützt vor Armut

Einelternfamilien fallen systematisch durchs Raster der Familien- und Sozialpolitik:

· Der Kinderzuschlag kommt bei ihnen nicht an.

· Das Ehegattensplitting subventioniert den Trauschein, nicht die Kinder.

· Die Kinderbetreuung reicht oft nicht aus, um existenzsichernd erwerbstätig zu sein.

· Bei Hartz-IV-Haushalten sind die Umgangsmehrkosten nicht gedeckt.

Hier die Pressemitteilung dazu

Aktuelles 24. Februar 2016

Hartz IV Reform: Umgangspauschale für Trennungskinder statt Kürzung bei Alleinerziehenden!

Hartz IV Reform: Umgangspauschale für Trennungskinder statt Kürzung bei Alleinerziehenden!

Berlin, 02. Februar 2016. Keine Änderungen zu Lasten von Kindern getrennt lebender Eltern! Anlässlich der geplanten Neuregelungen im SGB II, über die morgen das Bundeskabinett beraten wird, fordert der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) Mehrkosten, die im Zusammenhang mit einem ausgeweiteten Umgang mit dem Kind entstehen, anzuerkennen und die Existenz des Kindes in den Haushalten beider getrennt lebenden Eltern zu sichern, statt durch Mangelverwaltung die Situation in Alleinerziehendenhaushalten weiter zu verschlechtern.

Der offiziell seit Oktober 2015 vorliegende Referentenentwurf sieht für Trennungsfälle, bei denen beide Elternteile im SGB II leben, vor, das Sozi-algeld für das Kind im Falle eines Pendel- oder Wechselmodells pauschal hälftig an beide Elternteile auszuzahlen. Dabei geht der Entwurf bereits von einem Wechselmodell aus, wenn das Kind zu einem Drittel vom umgangs-berechtigten Elternteil betreut wird, während es zu zwei Dritteln und damit in der Hauptsache bei der/dem Alleinerziehenden lebt.
Für die Hauptbedarfsgemeinschaft bedeutet dies einen massiven Ein¬schnitt. „Das lehnen wir entschieden ab“, so Solveig Schuster, Bundesvor¬sitzende des VAMV. „Ein Wechselmodell ist nur dann realisiert, wenn sich beide El-tern tatsächlich die Pflege, Erziehung und Versorgung des Kindes teilen und das Kind annähernd hälftig in beiden Haushalten lebt“, so Schuster weiter. Und auch dann fallen durch die doppelte Haushaltsführung zusätzliche Kosten an, die durch das Sozialgeld nicht gedeckt sind.

„Die geplante Neuregelung steht für eine Mangelverwaltung, die eine Un-terdeckung des kindlichen Existenzminimums von Kindern in Trennungs-familien regelmäßig in Kauf nimmt“, kritisiert Schuster. Um einem Kind mit Aufenthalten in zwei Haushalten alles Notwendige, wie Kleidung und All-tagsutensilien bereit stellen zu können, bedarf es doppelter Anschaffungen. Fixkosten wie Telefon und Strom fallen im Haushalt der Alleinerziehenden weiter an und werden auch bei Abwesenheiten des Kindes nicht eingespart.

Der VAMV fordert den Gesetzgeber auf, diese Mehrkosten zu berücksichtigen und statt einer Sozialgeld-Kürzung in der Hauptbedarfsgemeinschaft eine gestaffelte Pauschale für den Umgangskinder-Mehrbedarf im SGB II einzuführen.
https://www.vamv.de/uploads/media/VAMV_Stellungnahme_GE_Ref_Rechtsvereinfachung_SGB_II_111115.pdf

Aktuelles 4. Februar 2016

Was ändert sich im neuen Jahr?

Zum neuen Jahr gibt es Änderungen für Alleinerziehende und ihre Kinder: Unter anderem steigen Kindergeld und Unterhaltsvorschuss. Der Kindesunterhalt nach Düsseldorfer Tabelle ist ab Januar 2016 neu bemessen. Die in Kraft tretende Wohngeldreform ermöglicht mehr Alleinerziehenden als bisher, einen Zuschuss für Miete beanspruchen zu können.

Unterhaltsberechtigte Kinder haben nach der aktuellen Düsseldorfer Tabelle Anspruch auf mehr Unterhalt.
Der Unterhaltsvorschuss für Kinder, die das sechste Jahr noch nicht vollendet haben, steigt auf 145 Euro. Kinder unter zwölf Jahren erhalten 194 Euro.
Der steuerliche Kinderfreibetrag steigt um 96 Euro auf 7.248 Euro.
Das Kindergeld steigt auf nunmehr 190 Euro für das erste und zweite und 196 Euro für das dritte Kind. Vierte und weitere Kinder erhalten 221 Euro. Die neuen Beträge werden automatisch von der Familienkasse ausgezahlt. Ab 2016 wird das Kindergeld wieder in tatsächlicher Höhe auf die Leistungen der Grundsicherung angerechnet.
Zum Jahreswechsel wurde das Wohngeld erhöht und damit den aktuellen Miet- und Einkommensentwicklungen angepasst. Laut dem Gesetz profitieren vor allen Dingen Alleinerziehende von der Reform.
Der Kinderzuschlag steigt am 1.Juli 2016 um 20 Euro auf 160 Euro.
Mit Beginn des Schuljahrs 2016 bzw. des Wintersemesters 2016/17 steigen die BaföG-Sätze um sieben Prozent. Studenten mit eigener Wohnung erhalten dann bis zu 735, auch die Freibeträge für die Elterneinkommen steigen.
Die Regelsätze für das Arbeitslosengeld II und Sozialgeld wurden angepasst, ebenso der Mehrbedarf für Kinder.
Alle Erwerbspflichtigen ab 15 Jahren, die Hartz 4 beziehen, werden einheitlich in der gesetzlichen Krankenkasse und sozialen Pflegeversicherung versicherungspflichtig, sowie sie nicht privat versichert sind. Die Familienversicherung entfällt.

Aktuelles 28. Januar 2016

BMFSFJ: Flexible Betreuungszeiten ermöglichen bessere Vereinbarkeit

BMFSFJ: Flexible Betreuungszeiten ermöglichen bessere Vereinbarkeit

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles haben gemeinsam das neue Bundesprogramm "KitaPlus" in Berlin vorgestellt. Ab sofort sollen Kindertageseinrichtungen und Tagespflegepersonen, die ihre Betreuungszeiten an die Lebensrealitäten der Eltern anpassen, gefördert werden. Dazu gehören Randzeiten außerhalb der Regelbetreuung zwischen 8:00 und 16:00 Uhr wie zum Beispiel die Verlängerung auf 18 Uhr. Darüber hinaus können sie über Betreuungsmöglichkeiten am Wochenende und an Feiertagen bis hin zu einem Betreuungsangebot reichen, das auch Schichtarbeit abdeckt.

"Berufstätige Eltern brauchen flexiblere Betreuungsangebote. Dabei geht es nicht darum, dass die Kinder länger betreut werden. Sie sind lediglich zu anderen Zeiten in der Kita, bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater. Alleinerziehend zu sein oder in Schicht zu arbeiten, darf nicht heißen, dass man die Betreuung der Kinder jeden Tag neu organisieren oder ganz auf eine Berufstätigkeit verzichten muss. Denn die Erwerbstätigkeit von Müttern und Vätern ist das beste Mittel gegen Kinderarmut.

Deshalb unterstützen wir Kitas und Kindertagespflegepersonen dabei, ihre bewährte Qualität der Bildung, Betreuung und Erziehung mit flexiblen Angeboten zu ergänzen. Bis 2018 werden wir bis zu 100 Millionen Euro dafür in die Hand nehmen", sagt Manuela Schwesig bei ihrem Besuch der Kita im Friedrichshain der Juwo - Kita gGmbH auf dem Gelände des Vivantes Klinikums.

In dieser Kita stehen bereits bedarfsgerechte Öffnungszeiten im Mittelpunkt, die sich zukünftig noch mehr an den Bedarfen der Eltern orientieren sollen. Damit leistet die Kita auch in Kooperation mit dem Vivantes Klinikum einen wichtigen Beitrag für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf der Mitarbeitenden im Schichtdienst.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles: "Viel zu oft scheitert heute das Durchstarten in einem neuen Job an fehlenden und unpassenden Betreuungsangeboten für die Kinder: bei Alleinerziehenden, aber auch bei Schichtarbeit oder bei Beschäftigung an Wochenenden. Mehr und bessere Kinderbetreuung auch abseits der üblichen Stunden schafft hier Chancen. Für die, die Eltern und in Beschäftigung sein möchten. Aber genau so für die Arbeitgeber und die Gesellschaft insgesamt, weil wir auf diese Menschen als Fachkräfte nicht verzichten können und wollen.
Deshalb ist bei KitaPlus auch die Bundesagentur für Arbeit mit im Boot: In den Jobcentern und Arbeitsagenturen kann so die Integration in Arbeit gleich mit Hilfen bei der passenden Kinderbetreuung verbunden werden."

Kindertageseinrichtungen können Fördermittel in Höhe von bis zu 200.000 Euro jährlich erhalten. Für Tagespflegepersonen sind es jährlich bis zu 15.000 Euro.
Damit können passende Betreuungsangebote am frühen Morgen, späten Abend, nachts, an Wochenenden und in der Ferienzeit entwickelt werden. Es können aber auch Investitionen, wie zum Beispiel die Ausstattung von Schlafräumen, Sachkosten und Ausgaben für Qualifizierungen gefördert werden. Zurzeit liegen 561 Bewerbungen vor, vor allem aus den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Projektberaterinnen und Projektberater unterstützen Kitas und Tagespflegestellen bei der Entwicklung eines pädagogischen Konzepts für die optimale Umsetzung des erweiterten Angebotes. Um auch die Nachhaltigkeit eines solchen Betreuungsangebots sicherzustellen, geben die Projektberaterinnen und Projektberater zudem unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten wichtige Hilfestellungen. Weiterer wichtiger Bestandteil des Programms ist die Zusammenarbeit mit den Eltern.

Nicht nur sie profitieren von den erweiterten Öffnungszeiten. Auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber profitieren von motivierten Mitarbeitenden, die ihre Kinder gut betreut wissen. So wird das Programm auch von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Bundesagentur für Arbeit, dem Deutschen Gewerkschaftsbund, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund sowie dem Deutschen Städtetag unterstützt.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.fruehe-chancen.de/kitaplus .

Aktuelles 25. Januar 2016