Aktuelles

Gemeinsamer Aufruf von Verbänden und Gewerkschaften zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts

Berlin, 14. Februar 2017. Die in der AGF zusammengeschlossenen Familienorganisationen unterstützen den aktuellen Gesetzentwurf des
Bundesarbeitsministeriums, mit dem Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine Befristung der Teilzeit erhalten sollen.

Der VAMV begrüßt gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund, dem Deutschen Frauenrat, dem Sozialverband Deutschlands, der
Arbeiterwohlfahrt, der Diakonie Deutschland, dem Bundesforum Männer, dem Verband berufstätiger Mütter, dem Zukunftsforum Familie und
der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik die damit eingeleiteten Schritte hin zu mehr Arbeitszeitbestimmung für Beschäftigte und
den leichteren Wechsel zwischen Voll- und Teilzeittätigkeiten für Frauen und Männer.

Aufruf Reform Teilzeitrecht

Aktuelles 17. Februar 2017

Geschafft! Ausbau Unterhaltsvorschuss ist Riesen-Schritt im Kampf gegen Kinderarmut

Berlin, 24.01.2017 – Jetzt können die Sektkorken knallen. Alleinerziehende und ihre Kinder haben heute Grund zum Feiern! Nach monatelangem Ringen haben sich Bund, Länder und Kommunen auf einen Kompromiss beim Ausbau des Unterhaltsvorschusses geeinigt. Die willkürlich gesetzte Altersgrenze wird fallen, der Unterhaltsvorschuss als Ersatzleistung für nicht gezahlten Unterhalt ab 1. Juli 2017 über das 12. Lebensjahr der Kinder hinaus bis zum 18. Lebensjahr und somit in den meisten Fällen bis zum Ende der Unterhaltspflicht gezahlt.
"Damit erfüllt sich nicht nur eine langjährige Forderung unseres Verbandes, diese Entscheidung ist ein Meilenstein auf dem Weg zur Bekämpfung der Kinderarmut im Land", freut sich Solveig Schuster, Bundesvorsitzende des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV). "Wir sind dankbar und glücklich, dass der Ausbau des Unterhaltsvorschusses nun endlich kommt", erklärte sie. Für die alleinerziehenden Eltern – zu 90 Prozent Mütter – von über einer Million Kindern bedeutet das weniger Sorge und Last bei der Sicherung der Exis¬tenz ihrer Kinder.

Mit dem Unterhaltsvorschuss springt der Staat für alle unterhaltspflichtigen Väter (und Mütter) ein, damit auch ein Kind getrennter Eltern das allernötigste Geld zum Leben hat. Bisher wurde der Vorschuss jedoch nur an Unterzwölfjährige gezahlt und nach spätestens 6 Jahren war Schluss. Mit der neuen Regelung werden nun 46.000 Kinder zwischen 6 und 12 Jahren weiter Unterhaltsvorschuss beziehen können. Auch über das 12. Lebens¬jahr hinaus besteht ein Anspruch auf die Ersatzleistung. Dieser wird wirk¬sam, wenn das Kind nicht auf SGB-II-Leistungen angewiesen ist oder der/die Alleinerziehende im SGB-II-Bezug ein eigenes Einkommen von mindestens 600 Euro brutto erzielt. Hierdurch werden 75.000 weitere Kinder erreicht. Der VAMV hatte bislang eine bedingungslose Zahlung der Vorschussleistung gefordert, findet aber: Es ist ein guter Kompromiss!

"Unserer besonderer Dank richtet sich an Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, die sich in den letzten Wochen und Monaten unermüdlich für den längst überfälligen Ausbau des Unterhaltsvorschusses ein-gesetzt hat", betont sie, "aber auch an alle anderen Beteiligten, die mit diesem Schritt allen Alleinerziehenden Unterstützung und Anerkennung geben."

Der VAMV hatte im Vorfeld der Verhandlungen von Regierungs- und Län-dervertreter/innen vergangene Woche gemeinsam mit ver.di einen von 20 Verbänden und Organisationen getragenen Aufruf ins Leben gerufen und mit einem Offenen Brief an die Beteiligten darauf gedrungen, eine gute Lösung zu finden. Innerhalb weniger Tage fand eine begleitende Unter-schriftenkampagne über 40.000 Unterstützer/innen.

Ausbau Unterhaltsvorschuss – Inhalt der Einigung

Bund und Länder haben sich in Anlehnung an ihren Beschluss vom 14. Oktober 2016 auf die konkreten Eckpunkte zum Ausbau des Unterhaltsvorschusses verständigt:
1. Um die staatliche Unterstützung von Kindern von Alleinerziehenden zielgenau und entlang der Lebenswirklichkeiten zu verbessern, wird die derzeitige Höchstbezugsdauer von 72 Monaten aufgehoben und die Höchstaltersgrenze von derzeit 12 Jahren bis zum vollendeten 18. Lebensjahr im Unterhaltsvorschussgesetz heraufgesetzt.

2. Für alle Kinder bis 12 Jahre wird die Höchstbezugsdauer von 72 Monaten aufgehoben. Hierdurch werden 46.000 Kinder zwischen 6 und 12 Jahren im UVG bleiben können. Das gilt auch für alle Kinder, die zukünftig Unterhaltsvorschuss erhalten werden.

3. Für Kinder im Alter von 12 Jahren bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gibt es in Zukunft ebenfalls einen Anspruch auf Unterhaltsvorschuss. Dieser wird wirksam, wenn das Kind nicht auf SGB II-Leistungen angewiesen ist oder wenn der/die Alleinerziehende im SGB II-Bezug ein eigenes Einkommen von mindestens 600 Euro brutto erzielt. Hierdurch werden 75.000 Kinder erreicht. Auch für sie gibt es keine Höchstbezugsdauer mehr.
In der Gesetzesbegründung zur Unterhaltsvorschussreform und in den Bescheiden des SGB II und UVG wird aufgenommen, dass grundsätzliche Ansprüche nach dem Unterhaltsvorschussgesetz bei der Bewilligung von SGB II berücksichtigt werden und bei einem Bruttoeinkommen ab 600 Euro monatlich der Unterhaltsvorschuss beantragt werden kann.
Mit dieser praktischen Umsetzung wird der Forderung der Kommunen nach Bürokratieabbau entsprochen.

4. Die Reform tritt zum 1.7. in Kraft. Damit wird der Forderung der Kommunen nach einer Übergangszeit Rechnung getragen.

5. Die Reform kostet rund 350 Mio. Euro, Bund und Länder haben sich darauf verständigt, dass der Bund seine Beteiligung an der Kostentragung von
33,5 % auf 40 % erhöht und in gleichem Maße auch die Einnahmen aus dem Rückgriff verteilt werden.

Aktuelles 25. Januar 2017

Petition zum Unterhaltsvorschuss läuft weiter

„Lassen Sie Trennungskinder nicht noch länger im Stich!“ fordert die gemeinsame Petition vom VAMV und den Elternbloggerinnen Christine Finke (Mama arbeitet), Alexandra Widmer (Stark und alleinerziehend) und Rona Duwe (Phönix Frauen). Ihr erklärtes Ziel: Der Unterhaltsvorschuss soll rückwirkend zum 1.1.2017 für alle Trennungskinder gezahlt werden, die ohne Kindesunterhalt auskommen müssen. Deutschlandweit sind dies über 1 Mio Kinder von Alleinerziehenden. Bislang endet die Leistung nach 6 Jahren bzw wenn das Kind seinen 12. Geburtstag feiert.

Obwohl Bund, Länder und Kabinett schon im Herbst letzten Jahres grünes Licht für eine Ausweitung der Unterhaltsvorschussleistungen gegeben hatten, stockt das geplante Gesetzesvorhaben wegen ungeklärter Finanzierung. Dies geht zu Lasten der Einelternfamilien, die dringend auf Unterhaltsvorschuss angewiesen sind, um etwa aus dem Hatz-4-Bezug herauskommen zu können.

Knapp 11.000 Unterstützerinnen hat die Petition bereits, jede Stimme zählt, hier geht es zur Zeichnung:

Hier geht es zur Petition

Aktuelles 18. Januar 2017

Änderungen ab 2017

Aktuelle Änderungen hier!

Aktuelles 18. Januar 2017

Unterhaltsvorschuss: Der abgekühlte Jubel

März 2016: Routine. Der VAMV und andere Sachverständige fordern in der Anhörung des Familienausschusses zur Lebenssituation
Alleinerziehender eine Reform des Unterhaltsvorschusses. Anhebung der Altersgrenze von 12 auf 18 Jahre, Aufheben der
Maximalbezugsdauer von 72 Monaten. Eine Forderung, die der VAMV seit sehr langer Zeit erhebt. August 2016: Hoffnung.
Familienministerin Schwesig setzt den Unterhaltsvorschuss wieder auf die Agenda und kündigt einen entsprechenden Gesetzesentwurf
für September an. Oktober 2016: Freude. Die Regierungschef/innen von Bund und Ländern beschließen mit der Neuregelung des
bundesstaatlichen Finanzausgleichssystems beim Unterhaltsvorschuss die Altersgrenze auf 18 Jahre anzuheben und die
Bezugsdauergrenze aufzuheben. Auch die erforderliche Finanzierung wird beschlossen – nur dass noch vermerkt wird: Es besteht noch
Beratungsbedarf mit dem Bund zu den finanziellen Belastungen der Länder.
November 2016: Jubel. Das Kabinett beschließt die
Ausweitung des Unterhaltsvorschusses. Die (fiktiven) Unterhaltsvorschuss: Der abgekühlte Jubel Champagnerflaschen bleiben jedoch
noch im Keller, denn immer noch ist die Finanzfrage nicht geklärt. Und der Jubelschrei bleibt auch in den folgenden Wochen im Halse
stecken. Denn nun wird ein bislang erfolgloser Vorschlag aufgewärmt und in die Diskussion getragen: Die Abschaffung des Vorrangs
des Unterhaltsvorschusses gegenüber dem SGB II. Damit ist die Absicht verknüpft, bei den Kommunen und Ländern Ausgaben für den
Unterhaltsvorschuss einzusparen und ins SGB II zu verlagern. Damit würden noch höhere SGB II-Ausgaben für Alleinerziehende
generiert, was zu Statistiken führt, die Stigma und Vorurteilen weitere Nahrung gäben.
Es wäre ein Skandal, wenn nun im aktuellen Finanzgerangel der Blick auf eine gute politische Lösung für Alleinerziehende und ihre
Kinder verlorenginge. Der Ausbau des Unterhaltsvorschusses darf nicht verschoben und zerredet werden! Die Leistung muss, wie in
Aussicht gestellt, ab dem 01.01.2017 allen Kindern von Alleinerziehenden zu Gute kommen, die keinen oder keinen ausreichenden
Unterhalt vom anderen Elternteil bekommen, notfalls rückwirkend. Es darf nicht aus dem Blick geraten, dass der ausbleibende
Unterhalt vielfach der Grund dafür ist, dass den Alleinerziehenden das nötige Geld fehlt. Diese Ursache würde bei einem Vorrang
der SGB II-Leistung unsichtbar. Das Bewusstsein, dass hier der Staat für die nicht leistenden Elternteile einspringt, muss im
Interesse der Alleinerziehenden wach gehalten werden. Die Unterhaltsvorschusskassen müssen weiterhin dafür zuständig sein, ihre
Erfahrung und Kompetenzen dafür einzusetzen, den ausgebliebenen Unterhalt bei den leistungsfähigen Unterhaltsschuldnern
zurückzuholen, denn: Zurückgeholte Leistungen implizieren Leistungsfähigkeit und aus festgestellter Leistungsfähigkeit sollte ein
Unterhaltstitel werden, denn Unterhalt ist grundsätzlich immer höher als Unterhaltsvorschuss. Der Unterhaltsvorschuss ist damit
ein starkes Instrument zur Armutsvermeidung, das durch finanztaktische Verschiebungen zwischen den Kassen nicht geschwächt werden
darf. Hier muss die Politik ansetzen: Unterhaltsvorschusskassen und Beistände qualifizieren und personell stärken, Rückholquoten
steigern, Best Practice aus erfolgreichen Bundesländern übernehmen und höhere finanzielle Anreize für die Kommunen setzen, das
Geld zurückzuholen.
Gleichzeitig würden alleinerziehende Aufstocker/innen die reale Chance erhalten, durch Unterhaltsvorschuss
den SGB II-Bezug zu beenden. Neu im Bezug werden Alleinerziehende mit Kindern über 12 Jahren sein und solche, die bereits 6 Jahre
den Unterhaltsvorschuss bezogen haben. Je älter die Kinder und je länger andauernd die Situation des Alleinerziehens, desto
wahrscheinlicher ist es, dass Alleinerziehende eine zu ihrer Qualifikation und ihrem Alltag mit den Kindern passende
Berufstätigkeit finden und ausüben können. Und desto wahrscheinlicher ist es, dass sie mit Hilfe des Unterhaltsvorschusses gar
nicht mehr im SGB II auftauchen.
Diese Überlegungen sollten in den anstehenden Gesprächen zwischen Bund und Ländern zu den noch offenen Fragen des Inkrafttretens,
der Verwaltungsvereinfachung und der Kostentragung den Ausschlag geben. Die Bedeutung des Unterhaltsvorschusses für
Alleinerziehende spiegelt sich auch im Erfolg der aktuellen Kampagne „#UVjetzt – Trennungskinder nicht im Stich lassen, die
Blockadehaltung zum Ausbau des Unterhaltsvorschusses aufgeben“ wieder, die der VAMV Landesverband Nordrhein-Westfalen zusammen
mit den Alleinerziehenden-Bloggerinnen Christine Finke („Mama arbeitet“), Dr. Alexandra Widmer („Stark und alleinerziehend“) und
Rona Duwe („Phönixfrauen“) und dem VAMV Bundesverband gestartet hat: Innerhalb kürzester Zeit waren über 8.000 Unterschriften
zusammen und es werden täglich mehr.

Sigrid Andersen, Wissenschaftliche Referentin
Bundesverband

Aktuelles 11. Januar 2017

Ergänzende Kinderbetreuung ist bitter nötig und wirkt:

Ergänzende Kinderbetreuung ist bitter nötig und wirkt: Evaluation liefert erste Erkenntnisse aus Modellprojekten zur Rand- und Notfallbetreuung für Alleinerziehende

Gütersloh/Berlin, 2. Dezember 2016. Innerhalb kürzester Zeit waren die Wartelisten brechend voll. Werbung war nicht nötig, als der Landesverband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) Berlin vor zwei Jahren Alleinerziehenden eine Betreuung ihrer Kinder außerhalb der regulären Kita- und Hortzeiten anbot. Finanziert wird das Modellprojekt von der Gütersloher Walter Blüchert Stiftung.

Die benötigte Hilfe ist individuell und meist auch sehr dringend. Mütter oder Väter können Spätschichten übernehmen, die in ihrem Arbeitsvertrag vorgesehen sind, die sie aber ohne flexible Kinderbetreuung nicht leisten könnten. Eine Studentin kann nun auch Vorlesungen am Nachmittag besuchen und sich auf den Abschluss ihres Studiums konzentrieren, weil ihre Dreijährige aus der Kita abgeholt wird. Eine Mutter hat sich selbstständig gemacht. Allen drei Fällen ist gemeinsam: Sie benötigen aus beruflichen Gründen eine Kinderbetreuung zu sogenannten „Randzeiten“.

Zwei weitere Modellprojekte in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben ebenfalls das Ziel, Alleinerziehende mit ganzheitlicher Beratung und einem konkreten Angebot an flexibler ergänzender Betreuung zu unterstützen. Auch sie werden wie das Modellprojekte in Berlin von der Walter Blüchert Stiftung gefördert und vom VAMV Bundesverband begleitend evaluiert, um die Wirkung flexibler ergänzender Kinderbetreuung auf die wirtschaftliche Situation von Einelternfamilien exemplarisch zu erfassen und Rückschlüsse auf politischen Handlungsbedarf ziehen zu können.

Nach zwei Jahren Projektlaufzeit liegt nun der Zwischenbericht zur Evaluation vor, und er zeigt, – wenig überraschend – dass der vermutete Bedarf an ergänzender Kinderbetreuung über die Öffnungszeiten vorhandener Einrichtungen hinaus tatsächlich besteht – und zwar regelmäßig und langfristig. Und in vielen Fällen dringend. Auch kann bereits festgestellt werden, dass sich die Inanspruchnahme der ergänzenden Kinderbetreuung positiv auf die sozioökonomische Situation der Alleinerziehenden und ihrer Kinder auswirkt: Mittelbar werden ihre Erwerbschancen erhöht und das Haushaltseinkommen stabilisiert. Bei den teilnehmenden Alleinerziehenden steigt zudem die Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf nachweislich an, und sie konstatieren mehrheitlich positive Veränderungen in ihrer Ausbildungs- und Erwerbssituation.

Bereits die ersten Ergebnisse der Evaluation zeigen: Das Schließen von Betreuungslücken durch ergänzende Kinderbetreuung hat positive Wirkungen für Alleinerziehende und ihre Kinder. Dieses Angebot sollte es überall in Deutschland geben“, so das Zwischenresümee der Bundesvorsitzenden des VAMV, Solveig Schuster.
„Wir freuen uns, dass diese Modellprojekte so viel Zuspruch finden“, unterstreicht Prof. Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Walter Blüchert Stiftung. „Mit den Angeboten wollen wir Alleinerziehende in die Lage versetzen, System-Barrieren zu überwinden, damit sich ihnen mehr Chancen eröffnen, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Die Evaluationsergebnisse belegen: Wir sind auf dem richtigen Weg“.

Der Zwischenbericht für die Evaluation des Modellprojektes zur Wirksamkeit von ergänzender Kinderbetreuung, Notfallbetreuung und Beratung von Einelternfamilien in Deutschland steht auf der Homepage des VAMV unter www.vamv.de zum Download bereit.

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) vertritt seit 1967 die Interessen der heute 2,7 Millionen Alleinerziehenden.
Der VAMV fordert die Anerkennung von Einelternfamilien als gleichberechtigte Lebensform und entsprechende gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Er tritt für eine verantwortungsvolle gemeinsame Elternschaft auch nach Trennung und Scheidung ein.
Die Walter Blüchert Stiftung hat den Auftrag, Menschen in Not schnelle und direkte Hilfe zukommen zu lassen. Gemeinsam mit erfahrenen Partnern unterstützt sie bewährte Programme und Projekte, die Menschen helfen, Krisen zu meistern, ihr Potenzial zu entwickeln und Barrieren zu überwinden. Durch kluges Fördern, Weiterentwickeln und Verbreiten ausgewählter Modellprojekte möchte die Stiftung dazu beitragen, diese Barrieren auch auf gesamtgesellschaftlicher Ebene zu überwinden, und damit wegweisend aufzeigen, dass sich dadurch sowohl Teilhabe und Erfolg für den Einzelnen als auch nachhaltiger Nutzen für die Gesellschaft entwickeln kann.
Ansprechpartnerin für die Walter Blüchert Stiftung:
Dr. Ulrike Naim – Tel. 0152-31066167 – E-Mail: presse@walter-bluechert-stiftung.de

Ansprechpartnerin für den Verband alleinerziehender Mütter und Väter:
Miriam Hoheisel – Tel. 030-6959786 – E-Mail: hoheisel@vamv.de

Aktuelles 7. Dezember 2016

„Keine Ausreden mehr! Armut von Kindern und Jugendlichen endlich bekämpfen!

5. Dezember 2016. „Keine Ausreden mehr! Armut von Kindern und Jugendlichen endlich bekämpfen! #stopkinderarmut“ – Mit dieser gemein-samen Online-Kampagne machen Wohlfahrts- und Sozialverbände ge-meinsam mit Familien- und Kinderrechtsorganisationen ab morgen auf das drängende Problem der Kinderarmut in Deutschland aufmerksam.

„Gerade in der Weihnachtszeit wird deutlich, wie groß der Mangel bei armen Familien ist“, betonen die Initiatoren, die am 6. Dezember gemeinsam mit der Nationalen Armutskonferenz das Online-Portal für die Kampagne öff-nen. „Der Nikolaus und der Weihnachtsmann machen oft einen Bogen um die Zimmer armer Kinder“, so die Bündnispartner. Im Regelsatz seien nicht einmal die Kosten für Adventsschmuck und Weihnachtsbaum eingerechnet. „Wir sagen: Das darf nicht sein! Gemeinsam müssen wir alles unternehmen, damit Kinder gut aufwachsen können! Jedes Kind ist gleich viel wert!“

Die Petition von Nationaler Armutskonferenz, Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie, Deutschem Kinderschutzbund, Deutschem Kinderhilfswerk, Ver-band Alleinerziehender Mütter und Väter sowie Zukunftsforum Familie kann ab heute/morgen auf dem Portal von Campact unterzeichnet werden. Mit ihrer Initiative wollen die Verbände einen breiten Unterstützerkreis gewinnen, der im Wahljahr Druck auf die Parteien macht.

Nach Angaben der Initiatoren leben rund drei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland in Armut. Es gehe darum, diesen Kindern jetzt ein Leben mit Perspektiven und ohne Ausgrenzung zu ermöglichen: „Wir fordern eine einheitliche Geldleistung für alle Kinder, die das Existenzminimum sichert. Ein gutes Aufwachsen darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen“, fasst der Petitionstext zusammen.

Im Einzelnen stellt die Petition fest:
• Die Hartz IV-Sätze für Kinder sind zu gering. Sie basieren auf ungenauen Rechnungen und willkürlichen Abschlägen.
• Arme Familien müssen mindestens in gleicher Weise gefördert werden, wie Familien mit höheren Einkommen entlastet.
• Staatliche Unterstützung muss einfach gestaltet und leicht zugäng-lich sein. Derzeit gehen viele Hilfen an den Familien und Kindern, die diese brauchen, vorbei.

Vielfältige Aktionen werden die Online-Petition im Wahljahr begleiten: „Wir werden aufmerksam verfolgen, welchen Stellenwert die Beseitigung von Kinderarmut in den Wahlprogrammen, einer Koalitionsvereinbarung und in Gesetzgebungsvorhaben erhält und ob konkret benannt wird, bis wann und wie Kinderarmut in Deutschland überwunden sein soll.“

Die Petition kann unter dem folgenden Link von Einzelpersonen unterzeichnet werden:
https://weact.campact.de/p/kinderarmutbekaempfen

Aktuelles 7. Dezember 2016

Gutes Leben für Kinder!

Das Netzwerk Alleinerziehendenarbeit Baden-Württemberg im Gespräch
mit den Familienpolitischen Sprecherinnen und Sprechern der Landtagsfraktionen zur Bekämpfung von Kinderarmut!

Das Netzwerk Alleinerziehendenarbeit Baden-Württemberg im Gespräch
mit den Familienpolitischen Sprecherinnen und Sprechern der Landtagsfraktionen zur Bekämpfung von Kinderarmut!

In Deutschland wachsen fast 2.5 Millionen Kinder in Armut auf. Tendenz steigend!
Besonders betroffen sind Kinder aus alleinerziehenden Familien. In Baden-Württemberg sind 46% aller Alleinerziehenden,
darunter 95% Frauen, und ihre Kinder von Armut betroffen.
In einem breiten und sehr engagierten Gespräch mit den familienpolitischen Sprecherinnen und Sprechern der Landtagsfraktionen wurden Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderarmut diskutiert und auf den Weg gebracht.

Alle Beteiligten waren sich einig:
Punkt.png   Die beschlossene Ausweitung der Leistungsdauer im Unterhaltsvorschuss von 12 auf 18 Jahre,
    muss schnell und zügig umgesetzt werden. Eine Verzögerung ist nicht hinnehmbar.

Punkt.png   Nicht gezahlter Unterhalt ist kein Kavaliersdelikt und trägt maßgeblich zur Kinderarmut bei.
    Hier braucht es dringend wirksame Mittel zur Durchsetzung.

In einem ersten Schritt möchten die familienpolitischen Sprecherinnen und Sprecher die Forderung des Netzwerks nach validen Daten zur Situation der Unterhaltszahlungen in Baden-Württemberg unterstützen und einen entsprechenden Antrag in den Landtag einbringen. Weiterhin wurde ein regelmäßiger Austausch vereinbart.

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v.l.n.r.
Klaus Burger (CDU), Jürgen Keck (FDP), Dorothea Wehinger (Bündnis 90 Die Grünen), Brigitte Rösiger (VAMV), Andreas Kenner (SPD), Edith Lauble
(Netzwerk Alleinerziehendenarbeit), Martina Liebendörfer (Netzwerk Alleinerziehendenarbeit), Hannelore List (Netzwerk Alleinerziehendenarbeit).
Aktuelles 2. Dezember 2016

Die geplante Ausweitung des Unterhaltsvorschuss muss pünktlich zum 1. Januar 2017 kommen

Berlin, 28. November 2016. Die geplante Ausweitung des Unterhaltsvorschuss muss pünktlich zum 1. Januar 2017 kommen. Das fordert der Verband allein erziehender Mütter und Väter e. V. (VAMV) in der Petition „Lassen Sie Trennungskinder nicht noch länger im Stich“. Diese hat er gemeinsam mit dem VAMV Landesverband Nordrhein-Westfalen, den Alleinerziehenden-Bloggerinnen Christine Finke ("Mama arbeitet"), Dr. Alexandra Widmer („Stark und alleinerziehend“) und Rona Duwe („Phönixfrauen“) gestartet. Durch den Ausbau des Unterhalts-vorschuss kann die hohe Kinderarmut in den Alleinerziehenden-familien spürbar gesenkt werden. Zuletzt war das Gesetzes-vorhaben wieder von der Tagesordnung des Bundestages ge-nommen worden, da die CDU Nachbesserungen in Finanzierungs- und Organisationsfragen gefordert hatte.

Kinder von Alleinerziehenden, die keinen oder nur wenig Unterhalt vom anderen Elternteil bekommen, haben Anspruch auf staatlichen Unterhaltsvorschuss. Dies allerdings nur bis zum 12. Lebensjahr und auch nur maximal für sechs Jahre. Mit der geplanten Änderung soll die Altersgrenze auf 18 Jahre angehoben werden und die maximale Bezugsdauer entfallen.

Angesichts der Tatsache, dass jedes zweite Kind in Armut bei einem allein erziehenden Elternteil lebt, halten die Initiatorinnen der Petition die Blockade der längst überfälligen Gesetzesinitiative für parteipolitisches Kalkül. „Es geht darum, gemeinsam Kinderarmut wirksam zu bekämpfen, statt den Ausbau des Unterhaltsvorschuss zu blockieren! Union und SPD sollten gemeinsam dieses Ziel im Blick haben und wie geplant zum 1. Januar 2017 umsetzen“, fordert die Petition. „Leidtragende dürfen nicht wieder die sein, denen das Geld ohnehin schon oft zum Leben nicht reicht: Alleinerziehende und ihre Kinder.“

Die Petition ist abrufbar unter: https://weact.campact.de/petitions/lassen-sie-trennungskinder-nicht-noch-langer-im-stich#

Aktuelles 29. November 2016

Hartz IV: 20.000 Unterschriften als starkes Votum für eine Umgangspauschale für Trennungskinder!

Berlin, 25. November 2016. Der Sozialausschuss des Bundestages berät am Montag darüber, ob die Regelbedarfe im Sozialrecht angemessen ermittelt und somit die Existenz bedürftiger Menschen gesichert ist. Anlässlich dieser Anhörung fordert der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV), eine Umgangspauschale für Trennungskinder in Hartz IV einzuführen, damit deren Existenzminimum endlich abgesichert ist.

„Die Praxis, das Sozialgeld für Kinder tageweise während des Umgangs mit dem getrennt lebenden Elternteil im Haushalt von Alleinerziehenden zu kürzen, hat sich leider verfestigt und verbreitet. Und zwar sogar dann, wenn der andere Elternteil gar nicht in Hartz IV ist“, bemängelt die VAMV-Vorsitzende Solveig Schuster. „Lebt ein Kind in zwei Haushalten, ist das teurer. Mangelverwaltung zwischen den Eltern ist keine Lösung: Der alleinerziehende Elternteil spart keine Fixkosten, während das Kind weg ist. Und der umgangsberechtigte Elternteil braucht Mittel, um das Kind versorgen zu können, wenn es bei ihm ist.“

Nur, wenn das Sozialgeld in der Hauptbedarfsgemeinschaft nicht gekürzt und der durch den Umgang mit dem anderen Elternteil entstehende Mehrbedarf durch eine Pauschale gedeckt wird, ist deren Existenz in beiden Haushalten sicher gestellt. „Wir fordern, die umgangsbedingten Mehrkosten anzuerkennen und mit der Einführung einer Umgangs-pauschale zu berücksichtigen. Alleinerziehende brauchen Rechtssicherheit. Sie können erst aufatmen, wenn sie nicht länger eine Kürzung befürchten müssen, sobald ihr Kind Umgang mit dem nicht mehr im Haushalt lebenden Elternteil hat. Jedes Kind braucht beide Elternteile und sowohl Kinder als auch Eltern sollten sich auch nach einer Trennung den Umgang mit-einander leisten können“, fordert Solveig Schuster.

Die alleinerziehende Mutter Anna Petri-Satter hat mit einer Online-Petition rund 20.000 Unterschriften für einen Umgangsmehrbedarf gesammelt. Diese wird sie vor der Anhörung am 28. November zusammen mit dem VAMV als starkes Votum für eine Umgangspauschale an den Sozialausschuss überreichen.

Aktuelles 26. November 2016