Aktuelles

Aktuelles 24. Mai 2017

Verbände fordern einheitliche Qualitätsstandards für Kitas

Berlin, 17. Mai 2017. 30 Organisationen aus den Bereichen Wohlfahrtspflege, Familie, Kinderrechte sowie Gewerkschaften und
Kita-Träger mahnen im Vorfeld der Jugend- und Familienministerkonferenz die zügige Einführung bundeseinheitlicher Qualitätsstandards
für Kindertageseinrichtungen an. Sie begrüßen in einem gemeinsamen Aufruf den eingeschlagenen Weg zur Verbesserung der Qualität in
Kitas und Kindertagespflege, heben jedoch hervor, dass nun zeitnah weitere Schritte mit konkreten Zielen, die auch die Finanzierung
beinhalten, gegangen werden müssen. Die Konferenz der Landes- und Bundesfamilienminister ist aus Sicht des Bündnisses besonders
geeignet, um gemeinsam wichtige Weichenstellungen für eine bundesweite gute Qualität der Kitas vorzunehmen. Gerade vor dem
Hintergrund des Zeitpunkts der Konferenz, in unmittelbarer Nähe zum Tag der Familie am 15. Mai mit dem Motto „Familien, Bildung,
Wohlbefinden“, sollte das Interesse von Familien und ihren Kindern an einer Qualitätsverbesserung der Kitas im Vordergrund stehen.

Wörtlich heißt es im Aufruf der 30 Verbände:
Eine hohe Qualität der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung zahlt sich nicht nur für die Kinder, sondern auch für die
Gesellschaft aus, da eine gute frühkindliche Bildung und Erziehung unterschiedliche Startbedingungen und Zukunftschancen wirksam
ausgleichen kann. Sie trägt dazu bei, Bildungsnachteile abzubauen, Armut zu überwinden und Lebensverläufe wirtschaftlich und
sozial zu stabilisieren.
So ist insgesamt zu begrüßen, dass die Politik auf die wachsende Nachfrage nach Betreuungsplätzen reagiert und den Ausbau von
Kitas und Kindertagespflege gezielt vorangetrieben hat. Nun gilt es, auch die Weiterentwicklung der Qualität in der öffentlichen
Diskussion und der Politik voranzutreiben. Nur so kann dem Grundsatz entsprochen werden, dass jedes Kind ein Recht auf Förderung
seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit hat.
Für die dringend erforderliche Verbesserung der Qualität in der Kindertagesbetreuung braucht es eine große politische Anstrengung
sowie erhebliche Mehrausgaben, für die Bund, Länder und Kommunen gemeinsame Verantwortung tragen. Es braucht aber auch die
Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und freien Trägern, Gewerkschaften, Verbänden und Elternvertreter/innen, die den Prozess
begleiten.

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Aktuelles 19. Mai 2017

Mädchen mach die Augen auf - eine Heirat ist kein Online-Kauf!

Die KDFB-Aktion 'Mädchen mach die Augen auf, eine Heirat ist kein Online-Kauf' und die fiktive Sympathieträgerin Valentina informiert junge Frauen,
über alles Wichtige rund um die Ehe und Eherecht und ermuntern dazu, sich mit den langfristigen Konsequenzen einer Eheschließung zu befassen.
www.valentina-sagt-ja.de

Aktuelles 18. Mai 2017

Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe: Schonvermögen ("Kleiner Barbetrag") seit 01.04.2017 erhöht!

Gemäß der Änderung der Verordnung zur Durchführung des § 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII vom 22.03.2017 (BGBl. I S. 519) wurde mit
Wirkung ab dem 01.04.2017 der „Kleine Barbetrag“ (erstmals seit 1988 substantiell) angehoben.

Diese Änderungen des „Vermögensgrundfreibetrags“ für alle Leistungen nach dem SGB XII bedeutet (über die entsprechenden
Verweisungsregelungen: § 1 Abs. 2 Satz 1 Beratungshilfegesetz, § 115 Abs. 3 Zivilprozessordnung) auch eine erhebliche Erweiterung
des Kreises von Personen, die Anspruch auf Beratungshilfe bzw. Anspruch auf Prozesskostenhilfe haben (da diese speziellen
Sozialleistungen zur Durchsetzung des Anspruchs auf effektive Rechtsdurchsetzung – als „Armenrecht“ – davon abhängen, dass
Einkommen und Vermögen der Recht suchenden Person unter bestimmten Grenzen liegt).

Der neue § 1 lautet:

„Kleinere Barbeträge oder sonstige Geldwerte im Sinne des § 90 Absatz 2 Nummer 9 des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch sind:

1. für jede in § 19 Absatz 3, § 27 Absatz 1 und 2, § 41 und § 43 Absatz 1 Satz 2 des Zwölften Buches
Sozialgesetzbuch genannte volljährige Person sowie für jede alleinstehende minderjährige Person 5.000 Euro,

2. für jede Person, die von einer Person nach Nummer 1 überwiegend unterhalten wird, 500 Euro.

Eine minderjährige Person ist alleinstehend im Sinne des Satzes 1 Nummer 1, wenn sie unverheiratet und ihr Anspruch auf Leistungen
nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch nicht vom Vermögen ihrer Eltern oder eines Elternteils abhängig ist.“

Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies:
Der Vermögensfreibetrag einzelner Personen beträgt nun 5000 € (statt bislang 1600 €/2600 €).

Der Vermögensfreibetrag liegt bei Paaren (nicht getrenntlebende Ehegatten oder Lebenspartner oder Partner einer eheähnlichen oder
lebenspartnerschaftsähnlichen Gemeinschaft) nun bei 10.000 € (statt bislang 2214 €/3214 €).

Der zusätzliche Vermögensfreibetrag, wenn einer weiteren Person überwiegend Unterhalt gewährt wird, beträgt nun 500 €
(statt bislang 256 €) pro Person.

Beantragt z. B. eine minderjährige, unverheiratete, von ihren Eltern (bzw. einem Elternteil) überwiegend unterhaltene Person
Beratungs- oder Prozesskostenhilfe, beträgt der Gesamtvermögensfreibetrag für alle drei Personen (bzw. die beiden Personen)
10.500 € (bzw. 5500 €).

Aktuelles 17. Mai 2017

Trostlose Aussichten für Alleinerziehende

In Stuttgart formiert sich ein breites Bündnis, das sich den Kampf gegen Altersarmut auf die Fahnen geschrieben hat. Mit dabei
sind Caritas und Diakonisches Werk, Gewerkschaften, Landesseniorenrat und der Verband alleinerziehender Mütter und Väter. Letztere
sind besonders stark gefährdet, im Alter arm zu sein.
Rund 90 Prozent aller Alleinerziehenden sind Frauen. Und obwohl immer mehr von ihnen berufstätig sind, ist ihr Armutsrisiko
zwischen 2005 und 2015 um vier Prozentpunkte gestiegen. Jetzt drohen 43,8 Prozent der Alleinerziehenden Armut im Alter. Im
Gegensatz dazu ist das Armutsrisiko bei Familien mit zwei Elternteilen im selben Zeitraum gesunken.
Die abstrakten Zahlen werden konkret, wenn man sich die vielfältigen Herausforderungen ansieht, mit denen Alleinerziehende
konfrontiert sind. Es beginnt bei den Unterhaltszahlungen für das oder die Kinder: Nur die Hälfte aller anspruchsberechtigten,
alleinerziehenden Mütter erhält Unterhaltszahlungen für ihre Kinder. Die andere Hälfte geht leer aus oder muss mit unregelmäßigen
Zahlungen des früheren Partners zurechtkommen. Basisunterhalt gibt es seit 2008 für Frauen nur noch bis zum 3. Geburtstag des
Kindes, danach, so der Bundesgerichtshof, kann eine Frau auch einer Vollzeittätigkeit nachgehen, um sich und ihren Nachwuchs zu
versorgen.
Was in der Theorie richtig klingt, ist im Alltag oft schwer zu bewältigen. Denn häufig gibt es keine oder zu wenig Betreuungsplätze.
Das spiegelt sich auch im verfügbaren monatlichen Einkommen von Alleinerziehenden wider: Es liegt bei nur 1226 Euro.

Brüchige Erwerbsbiographie wird zum Problem

Wer nicht vollzeitig arbeitet, zahlt weniger in die Rentenversicherung ein. Das ist auch bei verheirateten Frauen ein Problem.
Häufig leben auch sie noch das klassische Familienmodell, nach dem der Vater viel arbeitet und entsprechend verdient, während die
Mutter sich vor allem um die Betreuung der Kinder kümmert und häufig in Teilzeit oder in Minijobs arbeitet. Geht die Beziehung in
die Brüche, ist es für die Frauen zum Einen schwierig in eine ausgedehnte Beschäftigung zurückzukehren. Zum Anderen klaffen große
Lücken bei den Rentenzahlungen.

Private Vorsorge ist mit dem häufig geringen Einkommen nicht drin: Brigitte Rösiger, Geschäftsführerin des Verbands allein
erziehender Mütter und Väter sagt in SWR1 Sonntagmorgen: `Viele Alleinerziehende können nicht einmal den Minimalbetrag von 5 Euro
für eine private Riester-Vorsorge aufbringen`. Dabei fügten einige hinzu, dass sie sich so wenig von diesen 5 Euro Vorsorge
monatlich erhoffen, dass sie das Geld lieber heute für ein Eis mit den Kindern ausgeben.
Alleinerziehende Väter weniger betroffen

Rund 10 Prozent der alleinerziehenden Eltern in Deutschland sind Väter. Trotz aller Schwierigkeiten haben sie nicht dasselbe
Risiko in Altersarmut zu geraten wie alleinerziehende Mütter. Das liegt daran, dass ihre Erwerbsbiographie trotz Kindern meist
keine großen Lücken aufweist. Der Grund: Die meisten Väter steigen schon kurz nach der Geburt ihres Kindes wieder voll in ihren
Beruf ein und nehmen nur kurz Elternzeit. Außerdem, so Brigitte Rösiger, leben allein erziehende Väter vor allem mit älteren
Kindern zusammen. Diese zögen häufig erst in der Pubertät zu ihrem Vater. Die betreuungsintensiven Kleinkindzeiten übernehmen
meist die Mütter.

Grundlegende Änderungen notwendig

Der Verband allein erziehender Mütter und Väter fordert grundlegende Änderungen in der Gesetzgebung, um Alleinerziehende
besserzustellen. So solle das Kindergeld nicht mehr auf Hartz IV angerechnet werden. Auch die Rentenzahlungen für Hartz IV-
Empfänger sollten wieder eingeführt werden, fordert Brigitte Rösiger. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sei die
Ausweitung des Unterhaltsvorschusses: Ab 1. Juli dieses Jahres können Alleinerziehende den Unterhaltsvorschuss auch für Kinder
über 12 Jahre beantragen, wenn der andere Elternteil seinen Unterhaltsverpflichtungen nicht nachkommt.

Religion, Migration und Gesellschaft
Stand: 30.3.2017, 16.15 Uhr

Problematische Perspektive -
Alleinerziehende steuern auf Altersarmut zu Gespräch mit Brigitte Rösiger, Geschäftsf. des Landesverbands für alleinerziehende Mütter und Väter. Interview


Ehl, Hans Michael
Stand: 31.3.2017, 14.42 Uhr

Aktuelles 5. Mai 2017

Projektstart: Gutscheine für haushaltsnahe Dienstleistungen

Schwarzarbeit verhindern, sozialversicherungspflichtige Jobs schaffen

Fachkräftebedarf in der Region sichern und Schwarzarbeit verhindern - darum geht es in einem neuen Modellprojekt rund um
haushaltsnahe Dienstleistungen. Initiatoren sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), das
Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg (WM), die Regionaldirektion Baden-Württemberg der
Bundesagentur für Arbeit
(RD) und die Stiftung Diakonie Württemberg. Mittels Gutscheinen sollen Betroffene unterstützt werden, um
haushaltsnahe Dienstleistungen zur Erleichterung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bezahlen zu können. Mit der Umsetzung ist
das Diakonische Werk Württemberg beauftragt.

Die Idee: Frauen und Männer, die ihre Wochenarbeitszeit erhöhen, erhalten einen Zuschuss in Höhe von acht Euro je Stunde, wenn sie
sozialversicherungs-pflichtig haushaltnahe Dienstleistungen wie Putzen, Bügeln oder Wäschewaschen in Anspruch nehmen. Der Haushalt
muss also trotz vollzeitnaher Arbeit nicht liegen bleiben. Gleichzeitig bieten die Agenturen für Arbeit Qualifizierungsmaßnahmen
für Dienstleister an und tragen so zur Professionalisierung von haushaltsnahen Dienstleistungen bei. Die Idee stammt aus Belgien.

"Mit professioneller Hilfe im Haushalt wird es leichter Beruf und Familie zu vereinbaren. Unser Ziel ist es, qualifizierte Frauen,
die stark in die Familienarbeit eingebunden sind, aber gerne wieder - oder wieder mehr - arbeiten würden, zu unterstützen. Durch
haushaltsnahe Dienstleistungen können sie in ihrem Alltag entlastet werden", betonte Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im
Bundesfamilienministerium. „Auf der anderen Seite stärken wir mit dem Modellprojekt die Dienstleistungsunternehmen und bekämpfen
wirksam Schwarzarbeit, da die Gutscheine nur da eingelöst werden können, wo die Firmen ihr Personal sozialversicherungspflichtig
beschäftigen.“

„Unsere Erfahrung zeigt, dass häufig gut qualifizierte Frauen weniger Stunden arbeiten als sie möchten, um neben den familiären
Verpflichtungen die Aufgaben im Haushalt erledigen zu können. Wenn diese Frauen ihre Wochenarbeitszeit um fünf bis zehn Stunden
erhöhen und dafür von uns einen Gutschein bekommen, mit dem sie sich qualitativ gute Hilfe im Haushalt leisten können, schlagen
wir zwei Fliegen mit einer Klappe“, erklärt Christian Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der RD Baden-Württemberg. Eine
höhere Arbeitszeit ginge oft einher mit qualifizierteren Aufgaben und somit mehr Gehalt für die Arbeitssuchenden. Ebenso würden
sozialversicherungspflichtige Jobs im Bereich haushaltsnahe Dienstleistungen geschaffen.

„Mit dem zweijährigen Modellprojekt übernimmt Baden-Württemberg eine Vorreiterrolle in Deutschland. Wir erproben innovative
Handlungsansätze der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik und tragen mit den Gutscheinen sowohl zur Professionalisierung
haushaltsnaher Dienstleistungen als auch zur Steigerung der Erwerbsbeteiligung und des Arbeitsvolumens von Frauen bei. Unser Ziel
ist es, das Fachkräftepotenzial von Frauen noch besser für die Südwestwirtschaft zu erschließen“, erklärt Wirtschaftsministerin
Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. „Durch die Gutscheine können beispielsweise Wiedereinsteigerinnen dabei unterstützt werden, in den
Beruf zurückzukehren und entsprechend ihrer Qualifikation berufstätig zu sein. Angesichts des demografischen und familialen
Wandels eröffnen wir neue und zeitgemäße Möglichkeiten für die parallele Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wirken Schwarzarbeit
im Sektor haushaltsnaher Dienstleistungen entgegen und stärken gleichzeitig die Regionen“, so die Ministerin weiter.

Mit der Möglichkeit für geringqualifizierte Personen, sich im Rahmen des Projekts weiterzubilden und einen hauswirtschaftlichen
Abschluss zu erlangen, bieten haushaltsnahe Dienstleistungen eine attraktive Jobalternative. Momentan beschäftigen lediglich knapp
ein Prozent der rund vier Millionen Privathaushalte Dienstleistende sozialversicherungspflichtig. Seriöse Dienstleistungs-
unternehmen würden momentan von Internet-Anbietern verdrängt. „Dies hat zur Folge, dass zum einen die gute Qualität der Arbeit,
zum anderen die soziale Absicherung der Dienstleistenden komplett außer Acht gelassen werden“, beschreibt der Vorstandsvorsitzende
des Diakonischen Werks Württemberg und der Stiftung Diakonie Württemberg, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, seine Beobachtungen.
„Wir brauchen aber dringend einen gleichberechtigten Zugang aller zur Erwerbsarbeit, damit wir eine gleichberechtigte Teilhabe an
Arbeit und Gesellschaft garantieren können!“

Hintergrund:
Seit dem 1.März 2017 läuft das Modellprojekt in den Arbeitsagenturen Aalen und Heilbronn, Projektende ist Februar 2019.Mit einem
Gesamtvolumen von 1,6 Millionen Euro finanzieren BMFSFJ, RD Baden-Württemberg, Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg und
Stiftung Diakonie das Projekt.

Aktuelles 28. April 2017

„Gutes Leben für Kinder – aber sicher!“

Fachtag zur Kindergrundsicherung am Donnerstag, 30.März 2017 in Mannheim

In Deutschland wachsen fast 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Armut auf; besonders betroffen sind Kinder aus alleinerziehenden Familien. In Baden-Württemberg sind nach dem Ergebnis des Ersten Armuts- und Reichtumsberichts 45,8 % aller Alleinerziehenden von Armut betroffen. Dieser Befund ist erschreckend, da ebenso wie bei kinderreichen Familien von 2007 bis 2013 eine gravierende Verschlechterung stattgefunden hat. Dies war Anlass für das Netzwerk Alleinerziehenden-Arbeit bei einem Fachtag mit Experten über Konzepte zur Kindergrundsicherung nachzudenken.

Im Ökumenischen Bildungszentrum St. Clara in Mannheim stellte Henning Heddendorp verschiedene Modelle von Parteien und Verbänden zur Kindergrundsicherung vor. Herr Heddendorp ist Mitautor einer Expertise zum Thema und ist am Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik der Uni Münster tätig. Der sehr breit angelegte, grundlegende Vergleich umfasst die Zielrichtung der Maßnahmen ebenso wie ihre Finanzierbarkeit und die Auswirkungen auf andere Bereiche des Sozialsystems.

Die zweite Referentin Annette Seier vom Familienpädagogischen Institut der Kath. Arbeitnehmerbewegung (KAB) in Haltern ist langjähriges Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Interessenvertretung Alleinerziehender (AGIA) und hat aus dieser Perspektive vier Bedingungen für ein garantiertes Kindergrundeinkommen entwickelt:
1. Individuell garantiert; anspruchsberechtigt ist das Kind
2. Ohne Bedürftigkeitsprüfung, um Stigmatisierungen zu vermeiden
3. Ohne Zwang und ohne Gegenleistung, einfach weil es Kinder betrifft
4. Regelsatz muss existenz- und teilhabesichernd sein

Daraus ergeben sich folgende Konsequenzen
- Perspektiven und Zukunftschancen für Kinder
- Neuordnung der sozialen Sicherung
- „Mehr“ an Solidarität verknüpft mit individueller Gestaltungsmöglichkeit
- Stellt Generationengerechtigkeit her
- Schafft die Unzulänglichkeit und Unübersichtlichkeit kindbezogener Leistungen ab

Das anschließende Podium verstärkte Dr. Thomas Bahle, ein Armutsforscher der Uni Mannheim, der den Blick ins europäische Ausland ermöglichte. Vertreter aus dem Fachpublikum wünschen u.a. Berechnungen, die aufzeigen, wie sich unterschiedliche Modelle konkret für verschiedene Familiensituationen auswirken; es wurde gefordert, die Problematik der Prekarisierung der Frauen nicht zu vernachlässigen und auf die direkte Einflussmöglichkeit des Staates im Öffentlichen Dienst hingewiesen.
Bei „einem Blick in die Zukunft“ entstanden hoffnungsvolle Bilder, in denen Kinder ihren Begabungen nach gefördert würden, Frauen und Männer gemeinsam die Familienarbeit mit einem entsprechenden Zeitbudget übernehmen, so dass nach einer Trennung ähnliche Startbedingungen für beide Partner da wären….

Aktuelles 7. April 2017

VAMV LV tritt Bündnis gegen Altersarmut bei!

Hier bitte weiterlesen

Rente muss zu einem Leben in Würde reichen!

Wir, Sozialverbände, Gewerkschaften, zivilgesellschaftliche und kirchliche Organisationen in Baden-Württemberg sehen dramatische Verschlechterungen in der Altersversorgung der Menschen in unserem Bundesland auf uns zu kommen und haben uns deshalb zu einem Bündnis zusammengeschlossen,um uns gemeinsam und mit anderen Organisationen
und Bündnissen für eine Altersversorgung einzusezen, die zu einem Leben in Würde reicht. Wir wollen uns dafür stark machen, Armut im Alter im reichen Baden-Württemberg zu verhindern.

Aktuelles 4. April 2017

Verbände fordern einheitliche Qualitätsstandards für Kitas

Berlin, 28. März 2017. Anlässlich des Starts des 16. Kinder- und Jugendhilfetags in Düsseldorf fordern 27 Wohlfahrts-, Familien-
und Kinderrechtsverbände sowie Gewerkschaften und Kita-Träger gemeinsam die Einführung von verbindlichen, bundesweit einheitlichen
und wissenschaftlich fundierten Qualitätsstandards für Kitas.

Die beteiligten Verbände begrüßen die von Bund und Ländern bereits erzielten Ergebnisse und gehen davon aus, dass noch in dieser
Legislaturperiode verbindliche Umsetzungsschritte erarbeitet werden, die bestehende Prozesse der Kita-Qualitätsentwicklungen in
den Ländern mit aufgreifen. Ziel ist es, in absehbarer Zeit überall in Deutschland eine hohe Betreuungsqualität sicherzustellen.

Die Erklärung wird von den folgenden Organisationen getragen:

Punkt.png   Arbeiter-Samariter-Bund
Punkt.png   Arbeiterwohlfahrt
Punkt.png   Bundeselternvertretung der Kinder in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege
Punkt.png   Bundesvereinigung Lebenshilfe
Punkt.png   Deutsche Liga für das Kind
Punkt.png   Deutscher Familienverband
Punkt.png   Deutscher Gewerkschaftsbund
Punkt.png   Deutscher Kinderschutzbund
Punkt.png   Deutsches Kinderhilfswerk
Punkt.png   Deutsches Netzwerk Schulverpflegung
Punkt.png   Deutsches Rotes Kreuz
Punkt.png   educcare
Punkt.png   evangelische arbeitsgemeinschaft familie
Punkt.png   Familienbund der Katholiken
Punkt.png   Fröbel-Gruppe
Punkt.png   Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Punkt.png   Karl-Kübel-Stiftung
Punkt.png   Der Paritätische - Gesamtverband
Punkt.png   Pestalozzi-Fröbel-Verband
Punkt.png   plattform ernährung und bewegung
Punkt.png   SOS-Kinderdorf
Punkt.png   Stiftung Lesen
Punkt.png   Stiftung Haus der kleinen Forscher
Punkt.png   Verband alleinerziehender Mütter und Väter
Punkt.png   Verband binationaler Familien und Partnerschaften
Punkt.png   Vereinigung der Waldorfkindergärten
Punkt.png   Zukunftsforum Familie

Download Pressemitteilung

Aktuelles 31. März 2017

Kinderbetreuung: Macht das Wechselmodell Sinn?

Eine Woche beim Vater, die nächste bei der Mutter - für das Wechselmodell gibt es verschiedene Spielarten.
Beim Wechselmodell können Scheidungskinder wochenweise bei Mutter und Vater leben.
Eine Familienanwältin erklärt, wann das klappen kann - und wann es eine schlechte Idee ist.

Interview von Ulrike Heidenreich

Fifty - fifty bei der Kinderbetreuung - das sogenannte Wechselmodell kann für getrennt lebende Eltern gerichtlich angeordnet werden.
Dieser Beschluss des Bundesgerichtshofs(BGH)von Anfang März verunsichert sowohl Familien als auch deren Anwälte. Den wochenweisen
Wechsel von Mutter zu Vater kann der Richter demnach festlegen, wenn der geteilte Umgang mit den Eltern dem Kindeswohl entspricht
und wenn das Kind dies wünscht. Die Münchner Familienanwältin Kirstin Tomforde sieht die BGH - Entscheidung kritisch - auch weil sie
regelmäßig miterlebt, wie es ist, wenn kleine Kinder in Scheidungsschlachten vor Gericht nach ihrem Willen gefragt werden. Zum Interview

Aktuelles 24. März 2017