Aktuelles

Frisch geschieden - aber wie geht es weiter?

Der Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V. hat ein kostenfreies eBook zum Thema “Frisch geschieden – aber wie geht es nach der Scheidung weiter?” veröffentlicht. Hier finden interessierte Bürgerinnen und Bürger einen transparenten Überblick sowie umfangreiche Informationen zu den folgenden Sachverhalten:

· Ab wann ist man eigentlich abschließend geschieden?

· Geschieden- und jetzt? Bedeutung für Steuer, Erbrecht, Unterhalt etc.

· (Un)glücklich geschieden – was nun mit der neugewonnen Freiheit anfangen?

· uvm.

Hier geht es zum eBook: https://www.scheidung.org/geschieden/

Aktuelles 13. Januar 2018

Alleinerziehend früher, heute und morgen. Erfolge, Herausforderungen und Handlungsbedarfe

Dokumentation der VAMV-Fachtagung, 10. Juni 2017 in Berlin

Alleinerziehende fruehr.jpg
  Der Bundesverband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) konnte 2017
  sein 50-jähriges Jubiläum feiern. Anlass, zurückzublicken auf die soziale und
  rechtliche Situation von Alleinerziehenden in der jüngeren Geschichte. Trotz
  Verbesserungen muss noch Einiges passieren, bis Alleinerziehende und ihre Kinder
  als gleichberechtigte Familienform anerkannt und wertgeschätzt sind. Das erklärte
  Ziel der Verbandsgründerin Luise Schöffel, "den Verband perspektivisch überflüssig
  zu machen", ist noch in weiter Ferne. So haben Alleinerziehende und ihre Kinder
  weiterhin das höchste Armutsrisiko aller Familien. Gleichzeitig wurde die Frage
  diskutiert, was eine gleichstellungsorientierte Familienpolitik in den nächsten
  50 Jahren verändern muss, damit Armut für Alleinerziehende in der Zukunft kein
  Thema mehr ist.

Dokumentation zum Downloaden


Vorträge: Gisela Notz, Sozialwissenschaftlerin und Historikerin, Prof. Dr. Eva Kocher,
Vorsitzende der Sachverständigenkommission des Zweiten Gleichstellungsberichts der
Bundesregierung, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder).
Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. - VAMV (Hg.), Berlin 2017, 42 Seiten.
Aktuelles 3. Januar 2018

Protestaktion: Düsseldorfer Tabelle

Wir fordern: "Korrigieren Sie die Düsseldorfer Tabelle!" Das Oberlandesgericht hat in der Tabelle, die ab dem 1. Januar 2018
faktisch gelten wird, eine Verschiebung der Einkommensgruppen vorgenommen.

Das hat folgende Effekte:
Punkt.png   Die Gruppe der Kinder, die künftig von Mindestunterhalt leben muss, wird massiv vergrößert. Denn diese Gruppe umfasst nun alle
    Kinder, deren unterhaltspflichtiger Elternteil bis zu 1.900 Euro netto verdient (vorher 1.500 Euro). Der Mindestunterhalt
    entspricht dem bloßen, ohnehin zu gering angesetzten Existenzminimum.

Punkt.png   Unterhaltspflichtige Elternteile, die weniger als 1.500 Euro verdienen, müssen (sofern sie nicht unter den Selbstbehalt
    rutschen), mehr zahlen. Alle, die ein höheres bereinigtes Nettoeinkommen als 1.501 Euro haben, müssen dagegen weniger zahlen.

"Das werden wir nicht einfach so hinnehmen" sagt Erika Biehn, Bundesvorsitzende des VAMV. "Wir werden laut! In Zeiten, in denen
die Armut in den Haushalten Alleinerziehender groß ist und die Bekämpfung von Kinderarmut ganz vorne auf die politischen Agenda
gehört, ist diese Entscheidung der Familienrichter nicht nachvollziehbar. Das ist ganz entschieden ein falsches Signal."
Also: werdet laut!

Der Offene Brief
Die Pressemitteilung

+++Update Offener Brief Düsseldorfer Tabelle+++:
Großes Dankeschön an alle, die mitgemacht und unseren Offenen Brief geteilt haben. Wir sind gehört worden! Der VAMV hat
stellvertretend für euch eine Antwort erhalten von der Präsidentin des OLG Düsseldorf. Darin verweist sie darauf, dass die
Düsseldorfer Tabelle keine Gesetzeskraft habe. In begründeten Einzelfällen könne von ihr auch abgewichen werden. Die zuständigen
Richter seien in richterlicher Unabhängigkeit zu den Sätzen gelangt. Leider findet sich keine inhaltliche Begründung der
veränderten Einkommensgruppen in dem Brief. Wir protestieren weiter!

Aktuelles 22. Dezember 2017

Kürzung von Kindesunterhalt ab 2018 – Alleinerziehende wehren sich mit Offenem Brief

Berlin, 21. November 2017. "Korrigieren Sie die Düsseldorfer Tabelle 2018!" Mit dieser Forderung wendet sich der Verband
alleinerziehender Mütter und Väter e. V. (VAMV) an die Urheber der "Düsseldorfer Tabelle 2018".

Dies sind die Familienrichter der Senate der Oberlandesgerichte und die Unterhaltskommission des Deutschen Familiengerichtstags.
Sie haben in der Tabelle, die ab dem 01.01.2018 faktisch die Unterhaltssätze für Trennungskinder vorgeben wird, eine Verschiebung
der Einkommensgruppen vorgenommen.

Die Wirkung: Die Gruppe der Kinder, die künftig von Mindestunterhalt leben muss, wurde massiv vergrößert und umfasst nun alle
Kinder, deren unterhaltspflichtiger Elternteil bis zu 1.900 Euro netto verdient (zuvor: 1.500 Euro). Der Mindestunterhalt
entspricht dem bloßen Existenzminimum. Dieses wird von Kritikern bereits als nicht ausreichend für die Versorgung von Kindern
angesehen.

Dieses Existenzminimum wurde durch den Gesetzgeber für 2018 geringfügig erhöht: 6 bzw. 7 Euro bekommen die Kinder in der neuen
Einkommensgruppe 1 damit im nächsten Jahr monatlich mehr Mindestunterhalt. Üblicherweise wird diese Erhöhung auf die
Unterhaltssätze für Kinder, deren Eltern mehr verdienen, hochgerechnet. Doch diese Kinder sollen nächstes Jahr nicht nur leer
ausgehen, sondern werden pauschal um eine ganze Einkommensgruppe herabgestuft und erhalten damit künftig zusätzlich zwischen
10 und 43 Euro im Monat weniger zum Leben. Durch die Um-Definition der Einkommensgruppen werden Unterhaltsverpflichtete so ab
2018 Geld auf dem Rücken ihrer Kinder sparen können, das diese dringend brauchen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

"Das werden wir nicht einfach so hinnehmen" sagt Erika Biehn, Bundesvorsitzende des Verbandes. "Wir werden laut! In Zeiten, in
denen die Armut in den Haushalten Alleinerziehender groß ist und die Bekämpfung von Kinderarmut ganz vorne auf die politischen
Agenda gehört, ist diese Entscheidung der Familienrichter nicht nachvollziehbar. Das ist ganz entschieden ein falsches Signal.
Hier muss die Frage nach der Legitimation der Richterschaft als Urheber solcher Entscheidungen möglicherweise aufs Neue gestellt werden."

» Der Offene Brief «

VergleichTabelle.PNG

Aktuelles 1. Dezember 2017

Neue Düsseldorfer Tabelle zum 01.01.2018


Trotz Erhöhung der Regelsätze – für viele Alleinerziehende eine Verschlechterung

Punkt.png   Kinder, die bisher mehr als den Mindestunterhalt erhalten haben, bekommen künftig weniger Unterhalt.
Punkt.png   Unterhaltspflichtige Elternteile, die weniger als 1500 Euro verdienen, müssen, sofern sie nicht unter den
    Selbstbehalt rutschen, mehr zahlen.
Punkt.png   Alle Unterhaltspflichtigen, die mehr als 1501 Euro verdienen, müssen weniger zahlen.

Wie sich der Unterhalt für Ihre Kind(er) 2018 im Vergleich zu 2017 konkret ändert, sehen Sie an folgender Tabelle:

Vergleich_Tabelle.PNG

Die Eurobeträge in der Tabelle bilden nicht den tatsächlich zu zahlenden Unterhalt ab. Der Zahlbetrag für
minderjährige Kinder ergibt sich nach Abzug der Hälfte des Kindergeldes.


Zu den DETAILS der Änderungen:

Der Mindestunterhalt für minderjährige Kinder wird erhöht.

Punkt.png  Der Mindestunterhalt für minderjährige Kinder wird erhöht. Minderjährige Kinder, die bisher nach Einkommensstufe 1 (bis 1.500 Euro)
    Mindestunterhalt bekommen haben, erhalten ab 2018 wenige Euro mehr Unterhalt. Dies gilt, sofern der Unterhaltspflichtige Elternteil dadurch
    nicht unter den Selbstbehalt rutscht.
Punkt.png  Die Bedarfssätze der zweiten bis zehnten Einkommensstufe sind ebenfalls zwischen 5-8 % erhöht worden.
Punkt.png  Der Bedarf volljähriger Kinderbleibt in 2018 unverändert.

ABER

Die Einkommensstufen zur Berechnung des Unterhalts werden geändert.
Erstmals seit 10 Jahren werden nun auch die Einkommensgruppen angehoben.

Die bisherigen Einkommensstufen 1 (bis 1.500 Euro) und 2 (bis 1.900 Euro) werden zusammengelegt. Alle anderen Einkommensstufen
werden entsprechend angepasst.

Konkret heißt das: Kinder, die bisher nach Einkommensstufe 2 oder höher Unterhalt erhalten haben, bekommen künftig weniger Unterhalt
(vorausgesetzt der Unterhaltspflichtige hat keine Lohnerhöhung erhalten und das Nettoeinkommen ist in 2018 dasselbe wie 2017).
Sie rutschen in der Berechnung des Unterhalts um eine Stufe zurück.

Der Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen bleibt in der Einkommensstufe 1 unverändert.

Der Selbstbehalt von 880 Euro (für nicht Erwerbstätige) bzw. 1.080 Euro (für Erwerbstätige) bleibt auch in 2018 für die 1. Einkommensstufe gleich.

Die Bedarfskontrollbeträge werden ab der Einkommensstufe 2 erhöht.

Der Bedarfskontrollbetrag ist eine reine Rechengröße, der ab der zweiten Einkommensstufe zum Tragen kommt. Er ist nicht mit dem Selbstbehalt vergleichbar.

„Er soll eine ausgewogene Verteilung des Einkommens zwischen dem Unterhaltspflichtigen und den unterhaltsberechtigten Kindern
gewährleisten. Wird er unter Berücksichtigung anderer Unterhaltspflichten unterschritten, ist der Tabellenbetrag der nächst
niedrigeren Gruppe … anzusetzen.“ (siehe Düsseldorfer Tabelle 2018).

Punkt.png   De Facto erhöhen sich die Bedarfskontrollbeträge für die jeweiligen Unterhaltspflichtigen, gemessen an deren Einkommen, lediglich um 20 Euro.
Punkt.png   Für Unterhaltspflichtige Elternteile, die 2017 in Stufe 2 waren und 2018 in Stufe 1 rutschen, gilt kein Bedarfskontrollbetrag,
    sondern der festgelegte Selbstbehalt.

Düsseldorfer Tabelle 2018

Aktuelles 10. November 2017

Warum das neue Unterhaltsrecht gescheitert ist!

In der aktuellen FAZ ist folgender Artikel über die Unterhaltsreform aus dem Jahr 2008 erschienen: Hier geht es zum Artikel

Aktuelles 2. November 2017

Wechselmodell als gesetzlich zu verankerndes Leitmodell ungeeignet

Aktuelles 20. Oktober 2017

30 Organistationen fordern gute Bildung für alle Menschen!

Aktuelles 19. Oktober 2017

Einmal arm – immer arm

Paritätischer Wohlfahrtsverband, Kinderschutzbund und VAMV fordern konsequente und gerechte Familienförderpolitik

Stuttgart 17.10.2017
Kinder und Jugendliche sind in Deutschland weiterhin am stärksten von Armut bedroht. Das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur
Armutsgefährdungsquote. Demnach ist mehr als jedes fünfte Kind (20,2 Prozent) von Armut bedroht. In Baden-Württemberg sind Alleinerziehende und deren
Kinder mit durchschnittlich 46 Prozent und bei drei und mehr Kindern mit 64 Prozent besonders gefährdet. Deshalb fordern der Paritätische
Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg, der Landesverband alleinerziehender Väter und Mütter und der Kinderschutzbund Landesverband Baden-Württemberg vom
Land eine konsequente und gerechte Familienförderpolitik, die gleiche Rechte und gleiche Chancen für alle Familien schafft. Dazu müsse mit
Sozialverbänden konsequent und kontinuierlich an Lösungen gearbeitet werden. Nur so könne verhindert werden, dass sich Armut von Generation zu
Generation überträgt.

„Ein Aufwachsen in Armut bedeutet für Kinder eine starke psychische Belastung, die sich negativ auf ihren Gesundheitszustand und ihr Selbstwertgefühl
auswirkt“, betont Ursel Wolfgramm, Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg. „Der Zusammenhang zwischen Armut und
geringen Bildungschancen ist in vielen Studien nachgewiesen. Daher schränkt Armut auch die Chancen von Kindern in der Zukunft ein. So ist die Gefahr
groß, dass sich Benachteiligungen über Generationen verfestigen und so aus Kindern armer Eltern die Eltern armer Kinder werden“, so Wolfgramm. Die
stärkste Armutsgefährdung gehe für Kinder von den mangelnden Erwerbsmöglichkeiten ihrer Eltern aus. Fehlende Arbeitsplätze, unsichere
Beschäftigungsverhältnisse, ein wachsender Niedriglohnsektor sowie eine nicht ausreichende Zahl von Betreuungsplätzen für Kinder machten es Eltern –
insbesondere alleinerziehenden Frauen – schwer, wieder Fuß im Arbeitsleben zu fassen.

„Armut von Kindern ist sehr häufig gleichzeitig Familienarmut bei Alleinerziehenden, denn jedes 2. Kind im SGB II-Bezug lebt in einem
Ein-Elternhaushalt. Fast 29 Prozent der Alleinerziehenden verfügten 2015 über weniger als 1.300 Euro netto monatlich und jede zehnte Alleinerziehende
muss mit weniger als 900 Euro netto monatlich auskommen. Alleinerziehen ist mit über 88% überwiegend weiblich. Es ist notwendig, die Eltern, die sich
allein um ihre Kinder kümmern, zu fördern und zu unterstützen. Die Familienform darf nicht darüber entscheiden, dass Kinder in Armut leben müssen“,
erläutert Brigitte Rösiger, Geschäftsführerin vom Verband alleinerziehender Mütter und Väter Landesverband Baden-Württemberg e.V..

"Kinder sind am stärksten von Armut betroffen. Das ist besonders tragisch, da Kinder in keiner Weise für ihre Armut verantwortlich sind. Noch schwerer
wiegt aber, dass Kinder selbst auch nichts gegen ihre Armut unternehmen können. Besonders dramatisch ist es, wenn die Eltern trotz Erwerbsarbeit von
Unterstützungsleistungen abhängig sind. Eltern wollen ihren Kinder Möglichkeiten bieten und gute Vorbilder sein. Aber gleichzeitig müssen sie für jede
zusätzliche Leistung der Kinder, wie Klassenfahrt und Zoobesuch, einen Antrag stellen. Das ist mit sehr viel bürokratischem Aufwand verbunden und
bedeutet eine zusätzliche Stigmatisierung. Wir wollen die Rechte der Kinder auf Teilhabe und Bildung, unabhängig von der Herkunftsfamilie bzw. dem
Familieneinkommen, stärken. Deswegen setzten wir uns für eine kostenfreie Bildung für alle Kinder ein", erklärt Iris Krämer, die Landesvorsitzende des
Deutschen Kinderschutzbundes Baden-Württemberg e.V..

Der PARITÄTISCHE Baden Württemberg und seine Mitgliedsorganisationen VAMV und Kinderschutzbund fordern von der Politik:

Punkt.png   Ein Arbeitseinkommen, das ein Leben über dem Existenzminimum garantiert, den Abbau der unterschiedlichen Entlohnung von Männern und Frauen und eine
    familienfreundliche Unternehmenspolitik, die es Müttern und Vätern ermöglicht, Familie und Erwerbsarbeit zu verbinden.

Punkt.png   Elemente des Ausgleichs, wie die Berücksichtigung im Steuersystem, Solidarleistungen und Beitragsermäßigungen für Familien.

Punkt.png   Den bedarfsgerechten Ausbau der Tagesbetreuung für Kinder, sowohl quantitativ als auch qualitativ.

Punkt.png   Die wirkungsvolle Bekämpfung und Vermeidung von Kinderarmut. Sie erfordert ein gemeinsames und koordiniertes Vorgehen von Bund, Ländern, Kommunen und
    Zivilgesellschaft in den verschiedenen tangierten Politikfeldern wie zum Beispiel Soziales, Gesundheit, Bildung, Umwelt, Stadtplanung und Wohnungsbau.

Punkt.png   Ein abgrenzendes Ressortdenken der Länderministerien muss überwunden werden. Das Kinderland Baden-Württemberg muss zur aktiven und gelebten
   Querschnittsaufgabe werden!



Hintergrundinformation
Mit bestimmten Familientypen und Lebensphasen ist ein erhöhtes Armutsrisiko verbunden. Dazu gehören Alleinerziehende, kinderreiche Familien und
zugewanderte Familien ebenso wie Familien mit jüngeren Kindern. Betroffen sind auch Eltern, die sich in Studium und Ausbildung befinden. Für den
Paritätischen Wohlfahrtsverband sind diejenigen Familien arm, die über so geringe materielle, kulturelle und soziale Mittel verfügen, dass sie von
einer Lebensweise ausgeschlossen sind, die in unserem Land als Mindestmaß gilt. Nach der europäischen Armutsdefinition ist dies dann der Fall, wenn das
Einkommen 60 Prozent des Medianeinkommens der Bevölkerung unterschreitet. Der Medianwert ist die Linie, die in Bezug auf das Einkommen die
Gesamtbevölkerung exakt halbiert: das Einkommen der einen Hälfte liegt unter und das der anderen über diesem Wert. In Baden-Württemberg gilt ein Paar
mit 2 Kindern unter 15 Jahren als armutsgefährdet, wenn das Familiennettoeinkommen unter 1.726 Euro liegt (60 % Schwelle).

Aktuelles 17. Oktober 2017

Umfrage: Was haben Alleinerziehende (bisher) vom Ausbau des Unterhaltsvorschuss?

Der VAMV hat den Ausbau des Unterhaltsvorschusses als einen großen Schritt in die richtige Richtung begrüßt: Mit der Aufhebung der willkürlichen
Altersgrenze bis zum 12. Lebensjahr des Kindes und der Abschaffung der Begrenzung des Bezugs auf maximal 72 Monate ist eine langjährige Forderung des
VAMV umgesetzt worden. Darauf haben Alleinerziehende lange genug gewartet. Denn auf Drängen der Kommunen war die Reform um ein halbes Jahr verschoben
worden, damit diese sich auf die Umsetzung vorbereiten konnten. Hat das Warten sich gelohnt?

Die aktuelle Reform löst allerdings noch nicht die bestehenden Handlungsbedarfe im Zusammenspiel mit anderen Sozialleistungen: Wenn der
Unterhaltsvorschuss bei der Ermittlung der Anspruchsvoraussetzungen für andere Sozialleistungen (wie z.B. Wohngeld oder Kinderzuschlag) als Einkommen
angerechnet wird, kann dies im Einzelfall dazu führen, dass Leistungen gekürzt werden oder Ansprüche entfallen. Welche Auswirkungen ergeben sich auf
das Familienbudget von Alleinerziehenden mit kleinen Einkommen?

Der VAMV möchte sich weiterhin dafür einsetzen, dass bestehende Probleme beseitigt werden. Dafür brauchen wir Ihre Hilfe! Um unsere Forderungen
gegenüber der Politik und den zuständigen Stellen zielgerichtet formulieren und authentisch konkretisieren zu können, sind wir auf genaue Informationen
zur Umsetzung der Reform des Unterhaltsvorschuss vor Ort und zu deren Auswirkungen auf finanzielle Situation von Einelternfamilien in unterschiedlichen
Lebenslagen angewiesen.

Falls Ihre Kinder seit der Reform (wieder) Anspruch auf die Leistung haben, bitten wir Sie, uns möglichst konkret Ihre Erfahrungen und Ihre
Situation zu schildern.
Uns interessieren sowohl positive Erfahrungen, die zeigen dass Kommunen mit guter Vorbereitung die zu erwartenden
Neuanträgen rasch bearbeiten. Genauso von Interesse ist es, wenn es Ihrem Fall zu Problemen bei der Antragsstellung oder zu ungünstigen Effekten im
Zusammenspiel mit anderen Sozialleistungen gekommen ist.

Falls Sie sich angesprochen fühlen, freuen wir uns, wenn Sie unseren Umfragebogen bis zum 31. Dezember 2017 ausfüllen und per Email an Julia Preidel
senden: preidel@vamv.de !

Bitte stellen Sie uns ggf. auch relevanten Schriftwechsel zur Verfügung, wir behandeln Ihre Informationen vertraulich! Sollten wir Daten und
Informationen zu konkreten Einzelfällen beispielhaft im Rahmen unserer politischen Arbeit nutzen, so geschieht dies selbstverständlich immer in
anonymisierter Form!

Download Umfragebogen

Aktuelles 5. Oktober 2017