Aktuelles

Hartz IV: „Sanktionsfrei“ und Paritätischer Gesamtverband fordern menschenwürdige, sanktionsfreie und bedarfsdeckende Grundsicherung und starten gemeinsame Infokampagne

Zumeldung zur Pressemeldung des Paritätischen Gesamtverbandes vom 07.Juli 2020

Hartz IV: „Sanktionsfrei“ und Paritätischer Gesamtverband fordern menschenwürdige, sanktionsfreie und bedarfsdeckende Grundsicherung und starten gemeinsame Infokampagne

Der PARITÄTISCHE Baden-Württemberg fordert armutsfeste Grundsicherung

Berlin/Stuttgart 07.07.2020 Mit Großplakaten, die für die nächsten zehn Tage bundesweit an S- und U-Bahnhöfen aushängen, starten Sanktionsfrei e.V. und der Paritätische Wohlfahrtsverband heute unter dem Motto „HartzFacts“ eine gemeinsame Informationskampagne, um Vorurteile gegenüber Hartz IV-Beziehenden auszuräumen. Ziel ist es, Betroffenen den Rücken zu stärken und politischen Druck aufzubauen für eine menschenwürdige Grundsicherung. Die beiden Organisationen fordern eine Abschaffung der Sanktionen und die deutliche Anhebung der Regelsätze in der Grundsicherung auf ein bedarfsgerechtes Niveau von mindestens 600 Euro.

„Menschen, die Hartz IV beziehen, sind einem extrem hohen Armutsrisiko ausgesetzt. Sie haben keine finanziellen Rücklagen und sind auf eine auskömmliche Grundsicherung angewiesen“, betont Ursel Wolfgramm, Vorstandsvorsitzende des PARITÄTISCHEN Baden-Württemberg. „Wir müssen den betroffenen Menschen wirkliche Hilfen und Perspektiven anbieten, anstatt sie weiter an den gesellschaftlichen Rand zu drängen. Wir brauchen endlich eine Politik, die Armut überwindet und sozialen Aufstieg ermöglicht. Eine menschenwürdige Grundsicherung muss das Existenzminimum sichern und armutsfest sein“, fordert Wolfgramm. Notwendig seien Unterstützungssysteme in Form von individuellen Hilfen, die jedem Einzelnen mehr Teilhabe und echte Zukunftschancen biete. „Diese Menschen brauchen eine Lobby“, so die Vorstandsvorsitzende. Die Kommunen könnten mit ergänzenden Förderungen über die Sozialhilfe maßgeblich zu einer menschenwürdigen Grundsicherung beitragen.

„Das Wohnen wird für arme Menschen zur neuen Sozialen Frage“, ergänzt Brigitte Rösiger, Geschäftsführerin des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter VAMV Landesverband Baden-Württemberg e.V.. „Alleinerziehende mit niedrigem Einkommen brauchen mehr Entlastung von den Wohnkosten. Bei den Sozialleistungen müssen die Kosten für eine neue, angemessene Wohnung auch dann wieder voll übernommen werden, wenn sie teurer ist als die bestehende. Außerdem soll das Wohngeld sich analog zu Mietsteigerungen erhöhen“, so Rösiger.

Gemäß dem Arbeitsmarktbericht für Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit ist die Zahl arbeitslos gemeldeter Menschen im Land binnen Jahresfrist um 86.333 Personen auf 276.492 Menschen im Juni 2020 angestiegen. Davon entfielen 126.297 auf die Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagenturen) und 150.195 auf die Grundsicherung (Jobcenter).

Hier finden Sie die Kampagnen-Webseite https://hartzfacts.de auf der auch Geschichten, Fakten und Vorurteile, sowie ein Wissens-Quiz zu finden sind.

Der PARITÄTISCHE Baden-Württemberg

Der PARITÄTISCHE Baden-Württemberg ist einer der sechs anerkannten Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege. Er ist weder konfessionell, weltanschaulich noch parteipolitisch gebunden. Mit seinen Handlungsmaximen Vielfalt, Offenheit und Toleranz steht der Verband für Solidarität, soziale Gerechtigkeit und Teilhabe und wendet sich gegen jegliche Form sozialer Ausgrenzung. Ihm sind in Baden-Württemberg über 880 selbstständige Mitgliedsorganisationen mit insgesamt rund 4.000 sozialen Diensten und Einrichtungen angeschlossen sowie rund 40.000 freiwillig Engagierte. Weitere Infos unter www.paritaet-bw.de

VAMV Landesverband Baden-Württemberg e.V.

Seit 1967 unterstützt der VAMV Alleinerziehende bundesweit durch Informationen, professionelle Beratung und engagierte Lobbyarbeit. Die Lebensrealität von Familien hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Immer mehr Eltern erziehen ihre Kinder alleine. Das Alleinerziehen stellt hohe Anforderungen an die Mütter und Väter und fordert ihren ganzen Einsatz und ihre ganze Persönlichkeit. 339.000 Alleinerziehende in Baden-Württemberg, die mit 489.000 Kindern zusammenleben sind geschieden, getrennt lebend, verwitwet oder einfach ledig. 90 Prozent von ihnen sind Frauen. Die Lebenslage Alleinerziehend wird strukturell benachteiligt. Alleinerziehende und ihre Kinder leben deshalb überdurchschnittlich oft in Armut, obwohl sie in hohem Maße erwerbstätig sind. Das ist auch Ausdruck und Folge der Benachteiligung von Eltern und Frauen in der Gesellschaft. Der VAMV steht für Solidarität, Unterstützung und Motivation, insbesondere in schwierigen Lebensphasen. Gleichermaßen verstehen wir uns als politische Kraft und arbeiten konstruktiv in verschiedenen Politikbereichen mit. Weitere Infos unter www.vamv-bw.de. Pressekontakt: Brigitte Rösiger, Geschäftsführerin, Tel. Tel 0711 2484 7118, E-Mail vamv-bw@web.de

Aktuelles 8. Juli 2020

Anhörung: Kinderbonus statt Elternbonus!

Berlin, 22. Juni 2020. Der Finanzausschuss berät heute steuerliche Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Coronakrise. Auch der Kinderbonus in Höhe von 300 Euro ist Teil des Gesetzespaktes. Hierzu erklärt Miriam Hoheisel, Geschäftsführerin des Verbandes allein-erziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV), die als Sachverständige den VAMV bei der Anhörung vertritt:

„Wir begrüßen grundsätzlich, dass Familien durch den Kinderbonus bei der Bewältigung der Krise unterstützt werden, denn Familien tragen schwer an der Krise. Allerdings sind 300 Euro nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Sehr kritisch sehen wir, dass der Kinderbonus hälftig mit dem Kindesunterhalt verrechnet werden soll: Unterm Strich kommen nur 150 Euro in der Haushaltskasse von Alleinerziehenden an. Was beim Kindergeld seine Berechtigung hat, ist beim Kinderbonus nicht angemessen! Alleinerziehende haben typischerweise Mehrausgaben wegen der Krise, etwa weil das Mittagessen in Schule und Kita weggefallen ist und günstige Lebensmittel gleichzeitig zur Mangelware wurden. Der Kinderbonus wird dort gebraucht, wo das Kind seinen Lebensmittelpunkt hat, da hier die Kosten für das Kind entstehen. Wir wollen einen Kinderbonus und keinen Elternbonus – deshalb fordern wir den vollen Kinderbonus für Alleinerziehende! Fürs Wechselmodell schlagen wir eine hälftige Verteilung des Kinderbonus in den paritätisch betreuenden Haushalten vor.

Den steuerlichen Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zu verdoppeln, begrüßen wir als VAMV! Die Krise hat Allerziehende besonders hart getroffen und ihre Mehrbelastung weiter potenziert. Wir haben es allerdings mit einer dauerhaften Mehrbelastung von Alleinziehenden zu tun – deshalb sollte auch der Entlastungsbetrag dauerhaft erhöht werden und nicht nur für zwei Jahre! Trotz Verdoppelung ist der Entlastungsbetrag weiter zu niedrig, um Alleinerziehende in vergleichbarer Weise wie Ehepaare zu entlasten. Insgesamt brauchen wir bei der Familienbesteuerung den Mut für grundlegende Reformen, um für Steuergerechtigkeit für Alleinziehende zu sorgen und um der Vielfalt von Familienformen gerecht zu werden. Als VAMV plädieren wir für einen Systemwechsel hin zu einer Kindergrundsicherung in Kombination mit einer Individualbesteuerung, statt der bestehenden Besteuerung nach Familienform.“

Der VAMV hat einen Formulierungsvorschlag für das geplante Gesetz vorgelegt, mit dem sichergestellt werden kann, dass der Kinderbonus voll bei den Alleinerziehenden ankommt.

Aktuelles 25. Juni 2020

Lebenslage Alleinerziehend! Welche Unterstützung braucht die Ein-Eltern-Familie?

Zur nächsten Veranstaltung der Reihe "Familienpolitische Gespräche im Hospitalhof" am Freitag, 26. Juni 2020 von 9.30 - 13.00 Uhr laden wir freundlich ein. Im Mittelpunkt steht die Lebenslage Alleinerziehender in Baden-Württemberg. Diese haben es deutlich schwerer als Paarfamilien, Berufstätigkeit und die Sorge für den Nachwuchs unter einen Hut zu bekommen. Sie leisten oft doppelte Arbeit. Trotzdem sind sie stärker von Armut bedroht. Es muss daher ein wichtiges Anliegen sein, diese Zielgruppe bestmöglich zu unterstützen, um allen Kindern ein Aufwachsen im Wohlergehen zu ermöglichen. Neben aktuellen Forschungsergebnissen wird es dabei auch um ganz praktische Ansätze gehen, wie Integration in den Arbeitsmarkt und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelingen können.

Bei diesem Hygiene- und Abstandskonzept wird die Tagung als Präsenzveranstaltung im Hospitalhof Stuttgart stattfinden können.

Die „Familienpolitischen Gespräche“ sind eine Kooperationsveranstaltung des Landesfamilienrates Baden-Württemberg, der FamilienForschung Baden-Württemberg, des Ministeriums für Soziales und Integration und des Evangelischen Bildungszentrums Hospitalhof.

Aktuelles 20. Juni 2020

Voller Kinderbonus für Alleinerziehende!

Berlin, 12. Juni 2020. Das Kabinett hat heute zentrale Vorhaben des Konjunkturpakets verabschiedet. Es ist geplant, den Kinderbonus bei getrennten Eltern hälftig mit dem Kindesunterhalt zu verrechnen. Die Kinder von Alleinerziehenden erhalten damit unterm Strich statt 300 Euro nur 150 Euro Kinderbonus.

„Viele Alleinerziehende haben schon mit dem Geld gerechnet. Schließlich hatte das Familienministerium ankündigt, dass der Kinderbonus nicht mit Unterhaltsleistungen verrechnet wird. Die 300 Euro sollen laut Ministerium dabei helfen, die Belastungen der Corona-Pandemie etwas abzufedern und den Familien finanziellen Handlungsspielraum zurückgeben. Für Alleinerziehende haben sich Belastungen durch die Corona-Krise potenziert: Existenzsorgen in Folge der Kita- und Schulschließungen, Spagat zwischen Homeoffice und Homeschooling, wegen Social Distancing nicht auf das soziale Netzwerk zurückgreifen können. Der Kinderbonus wird dort gebraucht, wo das Kind seinen Lebensmittelpunkt hat, da hier die Kosten für das Kind entstehen“, kritisiert Daniela Jaspers, Bundesvorsitzende des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV).

Das Kindergeld als Teil des steuerlichen Familienleistungsausgleichs trägt dazu bei, das Existenzminimum von Kindern nicht zu besteuern. Hier ist es bei getrennten Eltern folgerichtig, das hälftige Kindergeld mit dem Kindesunterhalt zu verrechnen. Da der Kinderbonus als einmalige Erhöhung des Kindesgelds umgesetzt ist, greift auch hier die hälftige Aufteilung. Der Kinderbonus hat aber einen anderen Zweck als das Kindergeld: Belastungen aufzufangen und so die Konjunktur anzukurbeln. „Nur wenige Alleinerziehende sind in der glücklichen Situation, dass der andere Elternteil die fehlende Kinderbetreuung mit ausgleicht. Hinzu kommt, dass sich für Familien mit kleinen Einkommen und somit für viele Alleinerziehende die Kosten erhöht haben: Trotz Kitagebühren kein Mittagessen, ein Rechner reicht nicht fürs Homeoffice und Homeschooling, billige Lebensmittel als Mangelware. 300 Euro sind ein Tropfen auf dem heißen Stein. Diese auch noch zu halbieren, wird viele Alleinziehende vor den Kopf stoßen! Positiv zu verbuchen ist, dass der Kinderbonus nicht auf den Unterhaltsvorschuss und auf Sozialleistungen wie Hartz IV angerechnet werden soll. Diese Ausnahmeregelung muss auf den Kindesunterhalt ausgeweitet werden“, fordert Jaspers.

Alleinerziehende, die einen vollen Kinderbonus für angemessen halten, finden unter www.vamv.de einen Musterbrief an die Politik

Aktuelles 15. Juni 2020

Offener Brief an die Verantwortlichen in Politik

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Aktuelles 9. Juni 2020

Welche finanziellen Hilfen gibt es jetzt für Alleinerziehende?

Berlin, 8. Juni 2020. Alleinerziehende in Not können in der Corona-Krise staatliche Unterstützung erhalten. Kürzlich ist das zweite Sozialschutzpaket in Kraft getreten. Es kommen eine Reihe von Leistungen in Frage: Falls Sie als Arbeitnehmer*in nicht ohnehin Kurzarbeitergeld beziehen, haben Sie möglicherweise stattdessen einen Entschädigungsanspruch für Ihren Verdienstausfall wegen der Kita- und Schulschließungen. Reicht Ihr Einkommen mit Kurzarbeitergeld oder Entschädigungszahlungen nicht für den Lebensunterhalt Ihrer Familie? Dann sollten Sie einen Anspruch auf Notfall-Kinderzuschlag (Notfall-KiZ) oder Wohngeld prüfen. Für beide Leistungen brauchen Sie ein eigenes Mindesteinkommen. Ist das nicht vorhanden, können Sie vorübergehend unter erleichterten Bedingungen SGB II-Leistungen beziehen. Selbstständige erhalten zusätzlich Sofort-Hilfen für ihren Betrieb.

Kurzarbeitergeld
In vielen Betrieben fällt in der Corona-Krise weniger Arbeit an, beispielsweise weil Geschäfte nach behördlicher Anordnung schließen müssen oder Dienstleistungen nicht angeboten werden dürfen. Vereinbart Ihr Arbeitgeber mit Ihnen Kurzarbeit, kann er Sie vorübergehend kürzer oder gar nicht beschäftigten. Für den entstehenden Verdienstausfall erhalten Sie Kurzarbeitergeld. Das Kurzarbeitergeld beträgt mindestens 60 Prozent Ihres Netto-Verdienstausfalls. Haben Sie ein oder mehrere Kinder, für die Sie Kindergeld erhalten, sind es 67 Prozent. Haben sich Ihr Verdienst und Ihre Arbeitszeit um mindestens die Hälfte reduziert, so erhalten Sie ab dem vierten Monat mehr Kurzarbeitergeld. Es gleicht dann 70 bzw. 77 Prozent Ihres ausgefallenden Nettolohns aus. Ab dem siebten Monat sind es bis Ende 2020 80 bzw. 87 Prozent. Der Arbeitgeber beantragt das Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur und zahlt es dann an Sie aus. Ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht nur, wenn Sie sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Geringfügig Beschäftigte können kein Kurzarbeitergeld erhalten.

Entschädigungen bei Kita- und Schulschließungen
Ab dem 30. März 2020 können berufstätige Eltern eine Entschädigung erhalten, wenn sie wegen Kita- oder Schulschließungen nicht ihrer Arbeit nachgehen können. Voraussetzung ist, dass Ihr jüngstes Kind jünger als 12 Jahre oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist. Die Entschädigungszahlungen betragen in der Regel 67 Prozent Ihres Verdienstausfalls, aber höchstens 2.016 Euro pro Monat. Sie werden pro Elternteil für maximal zehn Wochen geleistet und vom Arbeitgeber an Sie ausgezahlt. Als Alleinerziehende haben Sie einen Entschädigungsanspruch von maximal 20 Wochen. Der Arbeitgeber holt das Geld von den Behörden zurück. Um eine Entschädigung zu erhalten, müssen Sie nachweisen, dass Ihnen keine andere Betreuungsmöglichkeit zur Verfügung steht. Das ist dann der Fall, wenn Sie keinen Anspruch auf Notbetreuung haben und eine Betreuung durch den anderen Elternteil oder Verwandte nicht zumutbar ist. Großeltern, die der Risikogruppe angehören, brauchen für die Kinderbetreuung nicht einspringen.
Bevor Ihnen eine Entschädigung gezahlt wird, müssen Sie alle vorhandenen Möglichkeiten ausgeschöpft haben, um bezahlt der Arbeit fernzubleiben. Dazu zählen zum Beispiel der Abbau von Überstunden, die Nutzung von Gleitzeit oder Arbeit im Home Office. Urlaub müssen Sie zuvor nur nehmen, wenn Sie noch Resturlaub aus dem Vorjahr haben oder Betriebsferien herrschen. Das gilt nicht für Erholungsurlaub, den Sie unabhängig von der Kita-/Schulschließung bereits geplant hatten. Weitere Urlaubsansprüche aus dem aktuellen Jahr müssen Sie aber nicht aufbrauchen, bevor Sie die Entschädigungszahlungen erhalten. Für Zeiten, in denen die Kita/ Schule wegen Ferien ohnehin geschlossen hätte, besteht kein Entschädigungsanspruch.

Weiterzahlung von Waisenrente
Ist durch die Corona-Pandemie der Beginn der Ausbildung oder eines Freiwilligendienstes nicht möglich, können Jugendliche über 18 Jahre weiterhin Waisenrente erhalten. Das gilt auch, wenn die Zeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten damit länger als vier Monate dauert.

Längerer Anspruch auf Arbeitslosengeld I
Sind Sie arbeitssuchend, so wird Ihnen das Arbeitslosengeld I drei Monate länger gezahlt. Voraussetzung ist, dass Ihr Arbeitslosengeldanspruch regulär zwischen dem 1. Mai und dem 31. Dezember 2020 enden würde.

Notfall-Kinderzuschlag
Der Kinderzuschlag zum Kindergeld von maximal 185 Euro monatlich pro Kind soll Eltern mit wenig Einkommen unterstützen. Zwischen dem 1. April und dem 30. September 2020 wurden die Anspruchsvoraussetzungen im Rahmen des so genannten Notfall-Kinderzuschlags (Notfall-KiZ) erleichtert. Ihr Anspruch ergibt sich dann aus Ihrem Einkommen im Monat vor der Antragstellung. Hat sich Ihr Einkommen reduziert und beziehen Sie bereits Kinderzuschlag, so können Sie einen Überprüfungsantrag auf höhere Leistungen stellen. Ihre Ersparnisse haben bei Anträgen im genannten Zeitraum keine Auswirkungen auf den Kinderzuschlagsanspruch.
Ob und wie viel Kinderzuschlag Sie erhalten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Zahl Ihrer Kinder und deren Einkommen, z.B. auch aus Unterhalt, Unterhaltsvorschuss oder Waisenrente, Ihr eigenes Einkommen und die Wohnkosten Ihrer Familie. Sie selbst sollten als Alleinerziehende mindestens 600 Euro eigenes Einkommen haben. Einen möglichen Anspruch können Sie in wenigen Minuten mit dem KiZ-Lotsen der Bundesagentur für Arbeit selbst prüfen. Klären Sie am besten auch, ob Sie durch den Bezug von Wohngeld die Anspruchsvoraussetzungen für den Kinderzuschlag erfüllen können. Mehr Informationen zum Wohngeld finden Sie beim Bundesministerium des Inneren.Wenn Sie Kinderzuschlag und/oder Wohngeld erhalten, können Sie zusätzlich Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket bekommen.

Mittagessen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket
Kinder, die Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket haben, erhalten weiterhin das kostenfreie Mittagessen in der Schule oder Kindertageseinrichtung. Das gilt bis zum 31. Juli auch für Tage, an denen das Mittagessen wegen eingeschränkten Betriebs nicht in der Einrichtung eingenommen werden kann. An diesen Tagen kann das Essen für Ihr Kind nach Hause geliefert werden, ohne dass Ihnen Zusatzkosten entstehen.

Vereinfachter Zugang zu SGB II-Leistungen
Familien in akuter Existenznot erhalten vorübergehend auch leichter Zugang zu SGB II-Leistungen. Für einen möglichen Anspruch wird Ihr Erspartes zwischen dem 1. März und dem 30. Juni 2020 nicht berücksichtigt. Bei einem Neuantrag auf SGB II-Leistungen wird Ihre Miete in den kommenden sechs Monaten vollständig vom Jobcenter übernommen. Das ist unabhängig davon, ob Ihre Mietkosen vor Ort als angemessen gelten. Erst nach Ablauf der sechs Monate kann das Jobcenter verlangen, dass Sie Ihre Mietkosten senken.
Werden Ihnen die Leistungen nur vorläufig bewilligt, so muss die Bewilligung sich im genannten Zeitraum auf sechs Monate erstrecken. Nach Ende des Bewilligungszeitraums findet vorübergehend keine nachträgliche Einkommensprüfung durch das Jobcenter statt. Haben Sie weniger verdient, als bei Antragstellung erwartet, können Sie aber weiterhin eine Überprüfung beantragen und eine Nachzahlung erhalten. Über die Höhe der Regelleistungen und Mehrbedarfe können Sie sich beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales informieren. Zusätzlich besteht für Ihre Kinder Anspruch auf Bildungs- und Teilhabeleistungen.

Hilfen für Selbstständige mit kleinen Betrieben
Falls Sie als Freiberufler*in oder Selbstständige*r durch die Corona-Krise in Not geraten sind, können Sie Sofort-Hilfen für Ihr Unternehmen erhalten. Diese sollen Ihnen helfen, laufende Betriebskosten zu tragen und müssen nicht zurückgezahlt werden. Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Gewerkschaft ver.di hat außerdem ein umfangreiches Corona-FAQ für Soloselbstständige veröffentlicht.

TIPP: Lotse für Corona Hilfen
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat eine Übersicht zu Corona-Hilfen in unterschiedlichen Lebenslagen veröffentlicht. Der Lotse liefert erste Hinweise, auf welche Leistungen Sie Anspruch haben könnten, falls sich Ihr Einkommen im Zuge der Corona-Pandemie reduziert hat. Den Lotsen für staatliche Corona-Hilfen finden Sie im Internet.

Aktuelles 8. Juni 2020

Einladung: Lebenslage Alleinerziehend! Welche Unterstützung braucht die Ein-Eltern-Familie?

Zur nächsten Veranstaltung der Reihe "Familienpolitische Gespräche im Hospitalhof" am Freitag, 26. Juni 2020 von 9.30 - 13.00 Uhr laden wir freundlich ein. Im Mittelpunkt steht die Lebenslage Alleinerziehenderin Baden-Württemberg. Diese haben es deutlich schwerer als Paarfamilien, Berufstätigkeit und die Sorge für den Nachwuchs unter einen Hut zu bekommen. Sie leisten oft doppelte Arbeit. Trotzdem sind sie stärker von Armut bedroht. Es muss daher ein wichtiges Anliegen sein, diese Zielgruppe bestmöglich zu unterstützen, um allen Kindern ein Aufwachsen im Wohlergehen zu ermöglichen.

Neben aktuellen Forschungsergebniss en wird es dabei auch um ganz praktische Ansätze gehen, wie Integration in den Arbeitsmarkt und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelingen können. Zur Einladung
Mit einem gutenHygiene- und Abstandskonzept wird die Tagung als Präsenzveranstaltung im Hospitalhof Stuttgart stattfinden können.

Die „Familienpolitischen Gespräche“ sind eine Kooperationsveranstaltung des Landesfamilienrates Baden-Württemberg, der FamilienForschung Baden-Württemberg, des Ministeriums für Soziales und Integration und des Evangelischen Bildungszentrums Hospitalhof.

Aktuelles 4. Juni 2020

Hinweis auf den Corona-Hilfe-Lotsen des BMAS

Familien in akuter Not können in Corona-Zeiten Anspruch auf staatliche Leistungen haben. Welche das im Einzelfall sind, hängt von der konkreten Lebenssituation ab. Betroffenen soll der "Lotse für Corona-Hilfen" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) die erste Orientierung erleichtern. Er ist hier im Internet zu finden und kann möglicherweise auch Eure/Ihre Arbeit unterstützen:
Hier geht es zu den Informationen.
Aktuelles 4. Juni 2020

GesellschaftsReport BW zur Situation von alleinerziehenden Müttern und Vätern in Baden-Württemberg

Spagat zwischen Erwerbstätigkeit und Fürsorge / Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha: „Wir brauchen für Alleinerziehende passgenaue Lösungen / Bestehendes Beratungsangebot soll um eine Online-Plattform ergänzt werden“

Alleinerziehende Mütter und Väter machten im Jahr 2018 knapp 15 Prozent aller Elternhaushalte mit mindestens einem minderjährigen Kind aus. Das entspricht rund 165.000 Haushalten in Baden-Württemberg. Neben den strukturellen Benachteiligungen und den finanziellen Problemen sind Themen wie Sorgerecht, Unterhalt, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Organisation der Kinderbetreuung, die eigene Gesundheitsvorsorge oder die Beziehung zum anderen Elternteil des Kindes mit besonderen Herausforderungen für Alleinerziehende verbunden. Dies geht aus dem aktuellen GesellschaftsReport BW zur Situation von alleinerziehenden Müttern und Vätern in Baden-Württemberg hervor. Da Alleinerziehende bei der Bewältigung ihres Alltags häufig auf soziale Unterstützung angewiesen sind, profitieren sie insbesondere von Vernetzungsangeboten. Daher fördert das Ministerium für Soziales und Integration den Landesverband Baden-Württemberg alleinerziehender Mütter und Väter beim Aufbau einer passgenauen, niedrigschwelligen onlinebasierten Beratungs- und Austauschplattform „Online-Beratung für Alleinerziehende in Baden-Württemberg“. Sie soll die im Report als besonders sinnvoll angesehenen Zugänge zu Unterstützungs- und Hilfeangeboten im Lebensumfeld der Ein-Eltern-Familien weiter öffnen.

„Nicht nur zu Corona-Zeiten können bestehende Einrichtungen die besonderen Beratungsbedarfe von Alleinerziehenden nicht immer vollständig abdecken“, sagte Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha anlässlich der Veröffentlichung des GesellschaftsReports am Montag in Stuttgart. „Die neue Online-Plattform soll Alleinerziehenden in Baden-Württemberg Beratungsmöglichkeiten eröffnen, die mit ihrem Alltag gut zu vereinbaren sind.“ Sie soll ein ergänzender Baustein zu bestehenden Beratungsstrukturen sein, der außerdem weite, zeitintensive und (kosten-)aufwändige Wege erspart. Die Beratungsplattform wird derzeit eingerichtet und soll im Sommer dieses Jahres online zur Verfügung stehen. Hier können Sie den Report lesen.

Aktuelles 3. Juni 2020

22.05.2020 | INFEKTIONSSCHUTZGESETZ: Entschädigungsansprüche für Verdienstausfälle

​Den Regierungspräsidien in Baden-Württemberg wurde die Zuständigkeit für die Bearbeitung von Anträgen zur Entschädigung für Verdienstausfälle nach dem Infektionsschutzgesetz (§ 56, 57 und 58) übertragen. Das Regierungspräsidium Stuttgart ist für Antragsteller aus dem Regierungsbezirk Stuttgart die zuständige Stelle. Über die Internetseite www.ifsg-online.de können Sie jetzt über ein Online-Verfahren Ihren Antrag stellen.

Haben Sie Fragen zu den Anspruchsvoraussetzungen und zur Antragstellung? Im Infoportal sowie auf der Internetseite des Sozialministeriums finden Sie umfassende Informationen und Antworten auf häufig gestellte Fragen. Darüber hinaus erreichen Sie uns per Mail an Entschaedigung-ifsg@rps.bwl.de und per Telefon über 0711 / 904 - 39777. Wir bitten Sie um Verständnis, dass die Bearbeitung Ihres Antrags einige Zeit in Anspruch nehmen kann.

Aktuelles 23. Mai 2020