"Klimawandel für Alleinerziehende" - politische Forderungen. VAMV Bundesdelegiertenversammlung 2009 in Kiel 5.-7. Juni

Klimawandel für Alleinerziehende -
Politische Forderungen an die nächste Bundesregierung

VAMV-Fachtagung 5.-7. Juni 2009 in Kiel

„Ich brauche keine Betroffenen-Gruppe, ich will nur einen anständig bezahlten Job“ – dieses Zitat bringt die Ambivalenz Alleinerziehender als Adressat/innen von Hilfsangeboten auf den Punkt. Während das Angebot an Gesprächskreisen, Kindergruppen, Beratung und Intervention stetig steigt, verbessert sich an der Lage Alleinerziehender in Deutschland nichts Wesentliches.

Alleinerziehende vereinen Merkmale, die in der Summe den Eindruck erwecken, sie seien eine „Zielgruppe“ für „Hilfe“ oder „Unterstützung“. Diese Defizit-Rhetorik blendet strukturelle Ungleichheiten aus. Alleinerziehende haben Kinder und sind zu 90 Prozent weiblich. Frauen und Mütter erfahren nach wie vor strukturelle Nachteile im Zugang zu Bildung, Erwerbstätigkeit und beruflich erfolgreicher Entwicklung. Sie verdienen auch bei gleicher Arbeit weniger als Männer. Sie leisten überwiegende Anteile der Kinderbetreuung und
-erziehung und verwenden wesentlich mehr Zeit auf Reproduktionsarbeit. Alleinerziehende als (zu hohen Anteilen) Frauen und Mütter verdeutlichen in ihrer Lebenslage diesen gesamtgesellschaftlichen Mangel: das macht sie noch lange nicht zu einer defizitären Zielgruppe.

Allein Erziehen ist keine Krankheit und auch die Verknüpfung von Armut, Arbeitslosigkeit und Elternschaft ist keine „multiple Problemlage“. Gute Sozialpolitik bekämpft strukturelle Nachteile, statt immer neue vermeintliche Defizitgruppen zu erschließen. Die Alleinerziehenden können hier als Seismograph für eine richtig verstandene Sozialpolitik wirken.

2009 wird ein neuer Bundestag gewählt. Dies ist der Zeitpunkt, an dem eine Neuausrichtung möglich ist, ein Koalitionsvertrag wird geschrieben, Arbeitsziele werden gesetzt. Der VAMV möchte zu dieser Zielbestimmung einen Anteil beitragen: wie sieht gute Politik für Alleinerziehende aus?

Dazu werden Expert/innen aus Politik und Wissenschaft eingeladen, die Handlungsoptionen benennen. Die Diskussion soll durch diese Impulse geöffnet werden und einen echten Klimawandel ermöglichen.

Teilnehmen an der Bundesdelegiertenversammlung können VAMV Mitglieder, die von ihren Ortsvereinen oder ihrem Landesverband als Delegierte gewählt werden. Zur Wahl stellen können sich alle Mitglieder bei den Jahresmitgliederversammlungen ihrer Ortsvereine oder bei der
Landesdelegiertenversammlung am 7. März in Stuttgart

Aktuelles 26. Januar 2009

Alleinerziehende suchen Ehrenamt ? VAMV Landesverband sucht Ehrenamtliche !

Die Landesdelegiertenversammlung am 7. März 2009 wählt einen neuen Vorstand für den
VAMV Landesverband für eine 2jährige Amtszeit.
Der Vorstand besteht maximal aus
- der /dem Vorsitzenden
- ein oder zwei Stellvertreter/innen
- Schatzmeister/in
- Schriftführer/in
- Pressewart/in
- ein bis drei Beisitzer/innen
Der VAMV Landesverband freut sich über neue Gesichter und ruft zur Beteiligung und zur
Kandidatur bei dieser Wahl auf, denn :

Alle Alleinerziehenden sind stark
Gemeinsam sind wir stärker

Alleinerziehende für sich selbst und ihre Familien
Alleinerziehende wissen was sie für die Gesellschaft leisten
Alleinerziehende kennen ihre Bedürfnisse am besten
Alleinerziehende vertreten sich selbst
Gemeinsam sind wir stärker

und deshalb brauchen wir Alle

- das bringt ehrenamtliches Engagement im VAMV
eigene Vorstellung einbringen, sichtbar werden, gestalten können statt Frust ansammeln,
Kompetenzen einbringen, Zugang zu aktuellen Informationen, neue Kontakte,
Austausch mit anderen Alleinerziehenden, mit anderen Vereinen,
Fortbildungsangebote für Ehrenamtliche = Summe: viel persönliche Weiterentwicklung

- und das kostet es
Zeit: fünf bis sieben Halbtagstermine pro Jahr
Engagement und verbindliche Wahrnahme der übernommenen Funktion
Teilnahme an Terminen sicherstellen
Verbindlichkeit

Aktuelles 26. Januar 2009

"Klimawandel" - VAMV Landesdelegiertenversammlung 2009 am Samstag 7. März in Stuttgart

Klimawandel

Tipps zum konstruktiven Umgang mit
familiären Tiefdruckgebieten
der Lebenssituation alleinerziehend

Einladung zur Jahres-Delegiertenversammlung 2009
VAMV Landesverband Baden-Württemberg e.V.
Samstag 7. März 2009 Stuttgart, Haußmannstraße 6,
Haus des Paritätischen – Erdgeschoß

„Klimawandel für Alleinerziehende“
fordert der VAMV Bundesverband bei seiner Bundesdelegiertenversammlung 2009 von den politisch Verantwortlichen. Der VAMV fordert eine gute Sozialpolitik, die strukturelle Nachteile unserer Familienform bekämpft durch Änderungen, statt die Alleinerziehenden immer von neuem als vermeintliche Dauer-Defizit-gruppen einzustufen. Auch das familiäre Klima sieht vor, während und nach der Trennung überwiegend so aus „bedeckt, trüb, Wolkenverhangen, Dauerregen, häufige Gewitter“. Wer gerade in einer solchen Gewitterzone lebt, schützt sich durch Schirm, dicke Kleidung oder dickes Fell oder sucht sich einen Unterschlupf, ein Versteck. Aber auch diese Wetterlage ändert sich. Vor allem: man /frau kann sie selbst beeinflussen und regulieren. Einige Tipps zum konstruktiven Umgang mit bekannten Tiefdruckgebieten des Familienlebens wollen wir bei der Landesdelegiertenversammlung 2009 austauschen.

Einsicht, Ausblick, Wegbeschreibung
Angelika Gassmann, Personal- und Organisationsentwicklerin, hauptberuflich in der Personalabteilung eines Trägers von Heim- und Pflegeeinrichtungen tätig, hat den VAMV Landesverband als Beraterin in den Jahren 2006-08 kennen gelernt, begleitet und beraten. Sie weiß, wie sehr es in straff strukturierten Betrieben menschelt, auch in sozialen Einrichtungen und sogar in Vereinen und Verbänden, in denen sich doch Gleichgesinnte treffen, die ähnliche Ziele haben und eigentlich ein Herz und eine Seele sein möchten. Aus ihren Erfahrungen in ihrem Berufsleben und ihren Einsichten in den VAMV Landesverband gibt sie uns Hinweise für ein konstruktives Miteinander.

Neue Wege, festliche Tage
Ilse Ostertag, Referentin für Alleinerziehendenarbeit bei den Ev. Frauen Württemberg bereichert Alleinerziehende seit vielen Jahren durch zahlreiche Impulse und Angebote: Informationsabende, 1. Mai- und Advents-Wochenenden, Freizeiten, Ferienwochen. Die Erfahrung, dass es für getrennte Eltern schwer sein kann, sich bei Festtagen zu begegnen und ihren Kindern ein frohes Fest zu ermöglichen, hat Ilse Ostertag und ihre Kolleginnen aus der eaf zur Zusammenstellung einer Broschüre bewogen.

Entspannung, Neubeginn
Evelyne Schupper, Dipl.-BetrWirtin, seit 10 Jahren VAMV-,6 davon Vorstandsmitglied, hat am eigenen Leib den Stress der Vereinbarung eines erfolgreichen Berufsleben mit Familie erlebt. Als Weg zu Veränderung und Ergänzung nimmt sie seit 2 Jahren zusätzlichen positiven Stress auf sich durch nebenberufliche Weiterbildung zur Entspannungs- und zur Ernährungsberaterin. Evelyne Schupper wird durch eine entspannende Sequenz zur Landesdelegiertenversammlung am Nachmittag überleiten.

Tagesordnung

10.00 Uhr Begrüßung Barbara Baur, Stv. Vorsitzende VAMV-LV

10.15 Uhr Familiengeschichten - Vom Leiden an und Lernen von ………
Angelika Gassmann Personal- und Organisationsentwicklerin

11.15 Uhr Damit das Fest zum Fest wird
Ilse Ostertag Referentin für Alleinerziehendenarbeit bei
den Ev. Frauen in Württemberg

12.30 Uhr Mittagspause mit Imbiss

13.30 Uhr Entspannt in ein neues VAMV-Kapitel
Evelyne Schupper
Dipl.-Betriebswirtin, sei 10 Jahren VAMV-Mitglied
(6 Jahre davon im Vorstand)

13.45 Uhr Landesdelegiertenversammlung
Geschäftsbericht des Vorstandes
Entlastung des Vorstandes
Neuwahl des Vorstandes
Wahl der Delegierten zur BDV 2009
Anträge an die BDV
Berichte aus den Ortsvereinen
Verschiedenes

zum Vormittag sind alle VAMV Mitglieder und interessierte Alleinerziehende gern eingeladen,
zur Landesdelegiertenversammlung am Nachmittag nur die gewählten Delegierten der Ortsvereine und der Direktmitglieder sowie die Vorstandsmitglieder

Aktuelles 26. Januar 2009

Fachtagung Mehr Gerechtigkeit – für wen? Ein Jahr neues Unterhaltsrecht 2. Termin: Donnerstag, 19.3.2009, 15:00-18:30 Uhr Karlsruhe

Fachtagung
Mehr Gerechtigkeit – für wen?
Ein Jahr neues Unterhaltsrecht

1. Termin:
Donnerstag, 12.02.2009, 15:00-18:30 Uhr
Rathaus, Konferenzräume 4. Stock
Marktplatz 1, 70173 Stuttgart-Mitte
Moderation: Gigi Deppe, Redakteurin SWR
2. Termin:
Donnerstag, 19.03.2009, 15:00-18:30 Uhr
Badische Landesbibliothek
Erbprinzenstr. 15, 76133 Karlsruhe
Moderation: Gigi Deppe, Redakteurin SWR

Seit Januar 2008 ist das neue Unterhaltsrecht in Kraft.
Es soll vor allem in den so genannten Mangelfällen das Kindeswohl stärken,
in dem es den Unterhaltsanspruch aller Kinder in den ersten Rang
hebt. Erst danach werden Ansprüche betreuender Mütter oder Väter mit
Kindern unter drei Jahren berücksichtigt.
Das reformierte Unterhaltsrecht hat viele Nebenwirkungen. Vielfach bleibt
Unterhaltsberechtigten und Unterhaltsverpflichteten weniger Geld als nach
der früheren Regelung.
Der Fachtag befasst sich mit familien- und gesellschaftspolitischen Hintergründen
und fragt Wissenschaft und Praxis nach ihren Erfahrungen und
(Neben-)Wirkungen mit dem neuen Recht.
Das Urteil des Bundesgerichtshofes vom Juli 2008 zur Vollerwerbstätigkeit
macht deutlich, dass die durch das Gesetz entstehenden Härten individuell
oder generell einer Nachbesserung bedürfen. So ist ein wichtiges Ziel
des Fachtages, den gesetzlichen Nachbesserungsbedarf festzustellen
und gemeinsame Forderungen an Gesetzgeber und Rechtsprechung zu
formulieren.
Eingeladen sind die Fachöffentlichkeit aus Beratung und Rechtsprechung und
alle Interessierten

Tagungsleitung: Rosemarie Daumüller, Sigrid Grantner, Edith Lauble,
Hannelore List-Thiele, Ilse Ostertag, Johanna Rosner-Mezler
Veranstalterin:
Netzwerk Alleinerziehenden-Arbeit Baden-Württemberg
• HA Kirche und Gesellschaft der Diözese Rottenburg-Stuttgart
• Erzbischöfliches Seelsorgeamt Freiburg
• Evangelische Frauen in Württemberg
• Frauenarbeit der Evangelischen Landeskirche in Baden
• Verband Alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV)
Landesverband Baden-Württemberg
In Kooperation mit dem Landesfamilienrat Baden-Württemberg
Gefördert durch das Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg
Anmeldung

Aktuelles 26. Januar 2009