Protestaktion: Düsseldorfer Tabelle

Wir fordern: "Korrigieren Sie die Düsseldorfer Tabelle!" Das Oberlandesgericht hat in der Tabelle, die ab dem 1. Januar 2018
faktisch gelten wird, eine Verschiebung der Einkommensgruppen vorgenommen.

Das hat folgende Effekte:
Punkt.png   Die Gruppe der Kinder, die künftig von Mindestunterhalt leben muss, wird massiv vergrößert. Denn diese Gruppe umfasst nun alle
    Kinder, deren unterhaltspflichtiger Elternteil bis zu 1.900 Euro netto verdient (vorher 1.500 Euro). Der Mindestunterhalt
    entspricht dem bloßen, ohnehin zu gering angesetzten Existenzminimum.

Punkt.png   Unterhaltspflichtige Elternteile, die weniger als 1.500 Euro verdienen, müssen (sofern sie nicht unter den Selbstbehalt
    rutschen), mehr zahlen. Alle, die ein höheres bereinigtes Nettoeinkommen als 1.501 Euro haben, müssen dagegen weniger zahlen.

"Das werden wir nicht einfach so hinnehmen" sagt Erika Biehn, Bundesvorsitzende des VAMV. "Wir werden laut! In Zeiten, in denen
die Armut in den Haushalten Alleinerziehender groß ist und die Bekämpfung von Kinderarmut ganz vorne auf die politischen Agenda
gehört, ist diese Entscheidung der Familienrichter nicht nachvollziehbar. Das ist ganz entschieden ein falsches Signal."
Also: werdet laut!

Der Offene Brief
Die Pressemitteilung

+++Update Offener Brief Düsseldorfer Tabelle+++:
Großes Dankeschön an alle, die mitgemacht und unseren Offenen Brief geteilt haben. Wir sind gehört worden! Der VAMV hat
stellvertretend für euch eine Antwort erhalten von der Präsidentin des OLG Düsseldorf. Darin verweist sie darauf, dass die
Düsseldorfer Tabelle keine Gesetzeskraft habe. In begründeten Einzelfällen könne von ihr auch abgewichen werden. Die zuständigen
Richter seien in richterlicher Unabhängigkeit zu den Sätzen gelangt. Leider findet sich keine inhaltliche Begründung der
veränderten Einkommensgruppen in dem Brief. Wir protestieren weiter!

Aktuelles 22. Dezember 2017