Wechselmodell

Die Eltern können sich darauf einigen, dass das Kind abwechselnd bei beiden Eltern leben soll, jeweils zur Hälfte von ihnen
betreut wird und auch die Erziehungsverantwortung gleich verteilt ist. Eine derartige Regelung wird als Wechselmodell
bezeichnet.Sie hat Auswirkungen auf den Kindergeldbezug, sowie auf sozialrechtliche Leistungen wie Bedarf im Leistungsbezug
nach SGB I, Wohngeld und Mehrbedarf.
Ein solches Modell erfordert ein hohes Maß an Absprachen, Kooperation, Kommunikation und Kompromissbereitschft der Eltern.
Die Eltern müssen in der Lage sein, ihre Konflikte einzudämmen und an den Bedürfnissen des Kindes auszurichten. Deshalb
wird in der Rechtsprechung überwiegend davon ausgegangen, dass das Wechselmodell nicht gegen den Willen eines Elternteils
angeordnet werden kann. Es gbt immer mehr Eltern, die galuben, gemeinsame Sorge der Eltern bedeute automatisch eine
Betreuung des Kindes im Wechselmodell. Das ist nicht der Fall.

Punkt.png  Hat das Kind seinen Aufenthalt zu gleichen Teilen bei beiden Eltern mit etwa hälftiger Aufteilung der Versorgungs- und
Erziehungsaufgaben. Sind beide Eltern anteilig nach ihrem jeweiligen Einkommen barunteraltspflichtig für das Kind.
(vgl. BGH XII ZB 5996/13 Beschluss vom 05.11.2014).

Punkt.png  Beim Wechselmodell müssen die Eltern entscheiden, an wen das Kindergeld ausgezahlt wird und der Familienkasse
mitteilen, wer der Bezugsberechtigte ist, denn eine geteilte Auszahlung ist ausgeschlossen.

Punkt.png   Praktizieren die Eltern das so genannte Wechselmodell, lebt das Kind also im Wechsel bei der Mutter und beim Vater,
oder lebt ein Geschwisterkind bei der Mutter, ein anderes beim Vater, werden für die Entscheidung über die Zuweisung der
Ehewohnung konkrete Einzelfallumstände ausschlagebend sein.